Encountergruppen Gründen mit einem Manifest
Manifest der Encountergruppe “Name”
Gründungsdatum: xx.xx.202x (nach 6 vorbereitenden Sessions)
Von Name, Name und Name
Was wollen wir?
Der Kern unserer Encountergruppe ist regelmäßige Begegnung in Form eines einfachen Gesprächsformates. Wir sitzen alle 2 Wochen einen Abend lang zusammen in einem unserer Wohnzimmer im Kreis und führen tiefe Gespräche miteinander. Wir begegnen uns. Wir schenken einander aktiv Aufmerksamkeit. Und wir zeigen uns, so wie wir sind – hauptsächlich, indem wir aussprechen, was wirklich unter der Oberfläche in uns vorgeht. Hier steht die Gefühlsebene im Mittelpunkt: Wie fühle ich mich gerade in meinem Leben, mit den Menschen, die mir wichtig sind? Und – ganz entscheidend – wie fühle ich mich gerade hier, mit uns und jedem Einzelnen in der Gruppe? Keine einfachen Fragen, aber mit ehrlichen Antworten öffnet sich oft ein wertvoller Raum.
Haltung
Unser wichtigstes Instrument zur Gruppengründung ist es, eine gemeinsame Haltung zu formulieren und diese miteinander anzustreben. So gut es eben geht. Gruppenprozesse werden im Verlauf sehr Komplex. Eine gemeinsame Haltung ist wirksamer, als hunderte von Regeln, die irgendwann keiner mehr überblicken kann. Daraus kann eine Gruppenkultur entstehen, die kein dickes Gesetzbuch benötigt.
- Freiwilligkeit ist das Fundament des Gruppenprozesses. Niemand soll oder darf zu etwas gezwungen werden.
- Wir versuchen uns verletzlich und offen zu zeigen.
- Wir begegnen uns ohne den Masken des Alltags, versuchen authentisch und empathisch zu sein. Wir sprechen von unseren Gefühlen und von uns als ganzheitliche Menschen (keine äußeren Sachthemen)
- Wir schaffen ein vertraulichen Rahmen. Was wir uns im Gespräch anvertrauen, bleibt unter uns. Wir gehen mit dem gehörten und erlebten so um, dass wir die Interessen der anderen Teilnehmer nicht verletzen.
- Wir begegnen uns auf Augenhöhe und verstehen uns nicht als Therapiegruppe. Wir sind nicht dazu uns Lösungen zu liefern.
- Jeder Teilnehmer ist für sich selbst verantwortlich, jedoch ebenfalls für das Wohl der anderen Teilnehmer und für die Vitalität des Gruppenprozesses.
- Ehrlichkeit ist ein Voraussetzung. Wir begegnen uns ehrlich und wenn wir das nicht mehr schaffen teilen wir das mit.
- Um verletzungen und Konflikte zu vermeiden sprechen wir in Ich-Botschaften, also von und und unseren Gefühlen und nicht über die anderen. Wie orientieren uns dabei an der Gewaltfreien Kommunikation (GFK).
- Wir investieren unsere persönlichen Energien freiwillig und verlässlich ein “Wir”, um langfristig von diesem entstehenden “Wir” zu profitieren. Durch intensives Erleben, persönliche Entwicklung und Zugehörigkeit. Dafür gehen wir in eine Haltung des Gebens und gehen bewusst heraus aus einer möglichen Haltung des Anspruch durch Leitung und des Nehmens.
- Wir leben den Gruppenprozess potentialorientiert und suchen die persönliche Herausforderung, um uns persönlich und den Gruppenprozess weiter zu entwickeln.
- Wir steben ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen an indem wir und zu Beginn Vertrauensvorschuss geben.
- Konflikte und Reibung sind eingeladen. Wir sprechen Probleme frühzeitig an.
- Wir sind bereit die anderen in ihrer Andersartigkeit zu tolerieren.
- Sicherheit: Nicht alles ist integrierbar - der Container muss vom ersten bis zum letzten Tag für alle sicher bleiben. Konflikte und Regelverletzungen können den Gruppenprozess überfordern!!! Jeder Teilnehmer trägt persönlich Verantwortung für die Sicherheit aller anderen Teilnehmer und verpflichtet sich, Sicherheitsprobleme frühzeitig anzusprechen, verantwortlich zu handeln und zu kommunizieren und das zu tun, was nötig ist, um den alle schützenden Container zu schützen.
Eine Hand voll Regeln
Sessions / Turnus
Die Sessions finden jeden zweiten Dienstag (noch offen) von 18.00 bis 23.00 Uhr statt mit der Kernzeit 18.30 bis 22.30.
Commitment zur aktiven Teilhabe:
- Um Mitglied zu bleiben, müssen Teilnehmer im Schnitt, über 3 Monate gerechnet, mindestens 50 % Teilhabe am Gruppenprozess zeigen, sonst werden sie vom Organisator automatisch von Mitgliedern zu Gästen gemacht, können aber weiter als Gast eingeladen werden und auch wieder aufgenommen werden. Es gibt bei besonderen Situationen wie Krankheit oder längerer, angekündigter Auslandsaufenthalt für die Organisatorin die Möglichkeit, diese Commitment-Anforderungen bei Konsens der Gruppe abzuschwächen.
- Möglichst keine kurzfristigen Absagen und wenn dann nur wertschätzende Absagen
Gruppengröße & Gäste
- Die Gruppe sollte möglichst rasch auf durchschnittlich 7 Teilnehmer pro Session kommen und diese Größe möglichst konstant halten, wie auch immer sie das schafft
- Schwankungen von 7 aus: +-1 (ok), maximal +3/-2 (gerade noch ok)
- Unter 5 Teilnehmer fallen die Sessions aus
- Maximal 10 Teilnehmer pro Session
Rollen
Rollen rotieren frei je nach Angebot, Eignung, Möglichkeiten und Erfahrung.
- Gastgeber (stellt zuverlässig Wohnzimmer von 18.30 bis 23.30 Uhr zur Verfügung und kocht vegetarisch/veganes Abendessen für die Gruppe)
- Organisator (Macht die Gästeorganisation und organisiert die Neuaufnahmen und Prozessdokumentation wie Anwesenheitsliste)
- Moderatorin (Jede Session sollte eine Moderatorin haben. Sie Organisiert die Aufmerksamkeit und die Prozessstruktur für das gemeinsam vereinbarte Begegnung Ritual und macht dabei das Zeitmanagement)
- Co Moderatorin (optional) Sie unterstützt die Moderatorin und springt für sie ein, wenn diese zu stark Emotional in den Prozess involviert wird.
Formate
- Erzählzeit mit Feedback
- Anliegen
- Heisser Stuhl
- Entkoppeltes Feedback
- Relation Challenge
- Link zu weiteren Formaten samt Erläuterungen
Feedback
- Zunächst klären ob und welche art Feedback gewünscht wird
- Emotional Resonanzen
- keine Ratschläge, oder nur auf Anfrage
Kommunikations-Tools
- Telegram Messenger Gruppe (kommt noch)
- Dieses Manifest
- Splitwise Finanzorganisation (kommt noch)
- Anwesenheitsliste führt die Organisatorin
Erfahrungspaket
Die Voraussetzung zum Gelingen der Gründung einer Encountergruppe
Neun von Zehn Encountergruppen heben nicht ab und zerfallen in den ersten Monaten. Diejenigen die Überleben haben entweder erfahrene Mitglieder, oder hohe social Skills und enorme Investitionsbereitschaft. Eine elegante Art eine angehende Encountergruppe zum fliegen zu bringen, ist die Erfahrung von Gruppen zu nutzen, die es über viele Jahre geschafft haben. In diesem kurzen Text steckt 18 Jahre praktische Erfahrung mit Encountergruppen innerhalb der We Space - Gemeinschaft, verfasst von den Mitgründern Carolin Gaiser und Felix Schmidt, auf der Basis der Bücher des Begründers der humanistischn psychologie und der Vaters der Encountergruppe “Carl Rogers”. Wir haben hier die wichtigsten 9 Schlüsselerfahrungen aufgelistet, die, wenn du sie verinnerlichst, dir eine sehr gute Chance geben, dass deine Gründung klappt.
- Kindersterblichkeit - Die Stabilität und Lebensfähigkeit von jungen Gruppenprozessen wird fast immer von den Teilnehmern drastisch überschätzt. “Läuft doch!” Wenn eine junge Gruppe scheitert, war das zu 80% der Grund dafür. Junge Encountergruppen brauchen wie Hundewelpen kontinuierliche, liebevolle Zuwendung.
- Gruppen brauchen Momentum Junge Gruppengründungsprozesse kollabieren rasch bei geringem Momentum. Es reicht oft ein einmaliges negatives Gruppenerlebnis, z.B. eine einzige schlechte Session aus, um die nötige Investitionsbereitschaft in den Gruppenprozess bei einigen Teilnehmern zu senken. Das startet dann eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale. Bei kleinen Gruppen reicht schon das Absagen weniger Teilnehmer, gepaart mit ungünstiger Teilnehmerkonstellation, oder Energiemangel einzelner aus, um eine solche Abwärtsspirale zu starten. Commitment löst dieses Problem.
- Commitment - Kaum etwas belastet eine Gruppengründung, wie Teilnehmer mit geringem Commitment, die spontan absagen mit “Ich kann heut doch nicht. Sorry Leute!” Dieses Problem löst sich nahezu auf, wenn die Mitglieder zusammenwachsen und eine verbindliche Kultur entsteht. Ohne die Bereitschaft in der Gründungsphase auch gegen innere Widerstände zu den Session zu kommen (zu müde, nicht gut drauf, zu viel zu tun), heben Gruppengründungen schlicht nicht ab. Das Thema ist sogar so wichtig, das es ratsam ist, den Zugang zu den Sessions an zuverlässige Teilnahme zu knüpfen (mit einer 50% Anwesenheits-Regel), bis sich eine verbindliche Kultur etabliert.
- Vetomacht und Angst zerstört den Container - Ein Hauptproblem von werdenden, kleinen Gruppen ist eine Vetomacht einzelner Teilnehmer zu Gästen oder neuen Beitritten. Einzelne Mitglieder stellen hier oftmals ihre kurzfristigen Bedürfnisse über die langfristigen Überlebensanforderungen der Gruppe. Encountergruppen brauchen zu Beginn eine zuverlässig erwartbare Gruppenenergie, die sich erst ab 5-7 Teilnehmern einstellt. Bei 4 Teilnehmern ist einer mal erschöpft und zwei andere sind noch nicht warm miteinander und die Session wird anstrengend - eine Abwärtsspirale startet. Die meisten unterschätzen diese starken, energetischen Schwankungen von kleinen, jungen Gruppen mit wechselnder Zusammensetzung. Solange eine Gruppe noch nicht 7/10 Teilnehmer hat, ist Vetomacht einzelner Mitglieder zu Gästen und Neubeitritten einer der Hauptgründe für das Scheitern der Gruppe! Mut ist hier die Lösung.
- Der DNA Text als sicherer Container - Dieser Text stellt einen Prozesscontainer dar, wie die DNA einer Zelle, der dem Gruppenprozess Klarheit, Kraft und Richtung gibt. Eine DNA ist nur so wirksam wie sie von allen Mitgliedern gelebt, gestaltet und mit Herzblut verteidigt wird. Sie muss einfach sein und darf ihre Mitglieder von der Komplexität her auf keinen Fall überfordern. Sie stellt die Prozessmacht dar, die der sich aufbauenden Beziehungsmacht in stürmischen Zeiten wird die Stirn bieten müssen. Encountergruppen die versuchen alles verbal zu kommunizieren und auf ein DNA Regelwerk verzichten, müssen ihre Prozessregeln durch das austragen von Konflikten etablieren, was enorm Energie kostet. Erfahrungsgetriebe Gruppengründungen mit DNA Regeltext sind nicht nur energetisch um ein vielfaches sparsamer, sie ermöglichen der Gruppe auch sich auf das wesentliche, die intensive, authentische Begegnung zu konzentrieren. Gruppenbildung durch Konfliktreibung (z.B. Wir-Prozess) geht zwar sehr schnell, ist aber eher wie Kickboxen und wir wollen uns berühren und miteinander tanzen und vor allem langfristig in Beziehung gehen und bleiben.
- Das Ich-Wir-Pendel - Angst vor Kontrollverlust in Sharing-Gruppen ist natürlich und berechtigt. Eine Encountergruppe lädt dich zu einer tiefen “Wir” Erfahrung ein und lässt dich danach wieder los, damit du zurück zu dir schwingen kannst. Sie zielt nicht auf Abhängigkeit ab. DNA Encountergruppen sind nicht auf Verschmelzung ausgerichtet, sie regen zum Pendeln zwischen “Ich” und “Wir” an. Ihre Wirksamkeit basiert sogar auf dem hohen Autonomiegrad ihrer Mitglieder. Ehrliches, auch mal kritisches Feedback aus einem Blumenstrauß von verschiedenen Perspektiven ist oft wertvoller, als ein liebevolles “Ja, du hast recht, was er getan hat ist einfach unmöglich!”
- Geben statt Nehmen - Egoismus zerstört den Container. Gemeinschaft ist (wie Familie) eine transformative Erfahrung des Individuums. Tut die Gruppenerfahrung nachhaltig gut und setzt die Identifikation mit dem “Wir” ein, wird deine persönliche in die Gruppe investierte Energie zu einer natürlichen Zuwendung zu dir selbst. Das erfordert Vertrauen, ein sich einlassen, öffnen und ein Zurückfahren der Autonomie zugunsten von Verbundenheit und braucht Zeit.
- Beziehungsmacht vs. Prozessmacht - Jetzt die mit Abstand schmerzhafteste aller unserer Lektionen… Langfristig liegt im Aufschaukeln von Beziehungsmacht, die zentrale Prozessregeln überschreibt die größte Gefahr für reife Encountergruppen. Das geschieht so langsam und unmerklich, dass sich junge Gruppe im Vorfeld unbedingt darauf vorbereiten sollte, wie mit einem Gurt auf einen möglichen Autounfall. Das Muster ist so alt wie menschliche Gruppen an sich und läuft immer gleich ab:
[ Ein etablierter Teilnehmer mit Beziehungsmacht der Gruppe bricht eine absolut elementare Prozessregel, die den Container unbrauchbar macht (er/sie lügt, verletzt, manipuliert, missbraucht). Die Gruppe ist jetzt nicht mehr sicher. Jemand aus der Gruppe der nicht so tief in Beziehung mit dem Regelverletzung ist und den Prozess schützen möchte, spricht den Regelbruch schweren Herzens an (sie riskiert hier einiges - ihre eigenen Beziehungen) und rasch formiert sich eine schützende Teilgruppe rund um den Regelbrecher, die ihn und vor allem ihre eigenen Beziehungen schützen. Was jetzt und nah ist (meine Beziehungen), wird stärker gewichtet als was weit weg und langfristig (der Container) ist. Die Gruppe ist ab hier überfordert. Jetzt schaukelt sich ein Konflikt auf, der die Gruppe nach und nach lähmt, spaltet und zerstört. ]
Puh! Das ist schwer zu hören, ist aber die wichtigste Lektion von allen und am schwierigsten zu verhindern. Wenn euch unsere Geschichte dazu interessiert, findet ihr hier einen tiefen Einblick warum dieses Risiko alle Encountergruppen betrifft. Die Lösung: Im Vorfeld besprechen, wie wir mit elementaren Regelverletzungen umgehen bevor sie passieren und die Prozessmacht des Containers langfristig an die anschwellende Beziehungsmacht anpassen.
- Die Aufwärtsspirale - Viel hilft viel! Je mehr Teilnehmer gerade zu Begin druckvoll ihre persönliche Energie in den Gruppenprozess investieren und andere in diese Haltung hinein resonieren, desto wahrscheinlicher wird der TakeOff und ein langjähriger, wertvoller Gruppenprozess. Sich klar für die Gruppe Entscheiden, zuverlässig dabei sein, schwierige Rollen übernehmen, sich auch mal überwinden, Herausforderungen annehmen, Verantwortung für das gemeinsame Erlebnis übernehmen, neugierig auf die Menschen sein, Andersartigkeit feiern, Risiken eingehen und kreativ werden, der Gruppe etwas gutes zu tun.
Roadmap
Roadmap Phase 1
Gruppenprozess ( Wirkt nur nach Innen ) (verbindlich für alle)
Hier können alle Teilnehmer auf Augenhöhe mitgestalten. Geschlossenheit, Verbindlichkeit und Identifikation sind Voraussetzungen für einen vitalen Gruppenprozess.
- Gruppe mit DNA gründen
- Teilnehmerzahl auf 7/10 hoch fahren und halten, wenn das erreicht:
- Encounterhüttenserie alle 6 Monate starten
Roadmap Phase 2 ( Optional )
Eventserie ( Wirkt auch nach Aussen )
Hier reicht es, wenn 2-3 Teilnehmer die Organisation initiativ in die Hand nehmen und der Rest der Gruppe freiwillig teilnimmt. Die Rahmenorganisatoren eines solchen Events haben volle Entscheidungshoheit für ihre Events. Sie machen Angebote, die man annehmen oder ablehnen kann. Sie holen sich Feedback der Eventteilnehmer ein, müssen jedoch nichts mit den Eventteilnehmern abstimmen.
- Workshopwochenenden alle 12-6 Monate
- Workshopwochenende Teilnehmerzahl langsam auf 60 steigern und dann so halten
- Workshopwochenenden auf alle 3 Monate steigern
Digitale 3-Minuten-Umfrage als Transparenzinstrument für die Gruppe (regelmäßig)
Wichtige Indikatoren für einen gesunden Gruppenprozess:
- Wie vital ist die Gruppe? Gibt es energetische Belastungsfaktoren?
- Beziehungen
- Wie harmonisch sind die Mitglieder? Nimmst du Konflikte wahr? (Wie stark sind diese Konflikte: gering, moderat, stark, überfordern)
- Prozess
- Wie hoch ist das Commitment der Teilnehmer? Wie ist die regelmäßige Anwesenheit?
- Inwieweit wird die DNA gelebt? Werden Regeln verletzt?
- Kennen alle die gesamte DNA
- Ist die Identifikation mit der DNA ausreichend hoch? Wird die DNA von allen erwartet?
- Klappt Rollenrotation reibungslos?
- Gibt es Rollen die schwer zu besetzen sind?
- Sind die Aufwände gleichmäßig verteilt?
Encountertag
Caro, Laura und Felix bieten seit Anfang 2024 monatlich in Raum München einen privat organisierten Encountertag an.
Damit du eine Vorstellung bekommst, was dich erwartet, haben wir hier eine kurze Beschreibung für dich:
Das ganze fühlt sich beim ersten Mal in etwa so an wie ein Gesprächsworkshop rund um das Thema “Geschichten rund um aktuelle, emotionale Erlebnisse”. Bei Wiederholung verändert sich dieser Charakter hin zu einem intensiven Gemeinschaftserlebnis. Einige der Teilnehmer kennen sich schon lange von den Tribe Starter Festivals her, manche waren erst ein paar Mal dabei und manche sind neu. Diese Mischung ist immer ähnlich.
Es braucht etwas Mut, um sich vor der Gruppe zu öffnen und zu zeigen, doch keine Angst, alles läuft betont freiwillig. Nur wer wirklich das Bedürfnis hat, etwas zu teilen, spricht. Einfach nur zuhören und erst mal ankommen und beobachten, wie das alles so läuft, ist völlig ok. Im Hauptteil kommen auch selten alle dran zu erzählen, weil diejenigen, die einen starken Impuls haben zu Teilen, starten, bis irgendwann die Zeit rum ist.
Encounter ist ein vertrauensvolles, achtsames, wertschätzendes Begegnungsformat über persönliche, emotionale Themen. Wir sitzen als Gruppe gemütlich im Kreis zusammen, schenken uns aktiv Aufmerksamkeit und erzählen über die wichtigen Dinge im Leben, die uns bewegen und beschäftigen. Der geschützte Raum ist getragen von Achtsamkeit, gegenseitigem Respekt und Wertschätzung. Das Gruppengespräch hat eine gewisse Struktur, beispielsweise eine Moderatorin, die Gesprächsimpulse gibt und die Aufmerksamkeitsdynamik der Gruppe lenkt. Die Moderation rotiert in der Gruppe und jedes Mal bietet sich jemand anderes an, diese Rolle zu übernehmen. Es gibt auch einen Tagesablauf, der immer wieder leicht angepasst wird. Rechne mit etwa 10 bis 18 Teilnehmern. Einige encountern schon sehr lange, seit etwa 18 Jahren. Die Gruppe teilt sich im Hauptteil auf in Kleingruppen. Nur der Start und das Ende findet mit der Gesamtgruppe statt.
Ablauf
11.00 Uhr Ankommen und gemeinsam Frühstücken (vegetarisch).
12.00 Uhr Start
- Alle finden sich im Kreis zusammen. Die Moderatorin stellt zunächst sicher, dass alle orientiert sind, was genau folgt und beantwortet auch Fragen und lädt dann ein zu einer “Check-in-Runde” in der jeder kurz in 2-3 Sätzen sagen kann, wie es ihr/ihm gerade geht und wie sie gerade da ist. Danach hast du Jeden mal kurz erlebt und bist schon etwas in Kontakt mit der Gruppe gekommen.
- Dann gibt es eine kurze Aufwärmrunde “Lebensgeschichten”, in der die Moderatorin einlädt in 3 Minuten eine kurze Episode aus dem eigenen Leben zu erzählen, einfach um warm zu werden und das möglichst jeder jeden einmal erlebt hat. Hier bieten sich Themen an wie wichtige Beziehungen, Erlebnisse, Ereignisse, Wendepunkte, Gipfelerlebnisse, abstruse oder lustige Episoden, Geschichten aus Kindheit, Jugend, Schulzeit, Arbeit und dem Leben als Ganzem. Jemand, der den Impuls verspürt fängt an und nach 150 Sekunden ertönt ein Klangschalengong vom Handy der Moderatorin und dann hat man noch 30 Sekunden um seine Geschichte abzuschließen. Dann kommt die nächste dran, nach dem Popcorn-Prinzip, also wer Lust hat weiter zu machen. Am Ende wirst du dich vermutlich viel sicherer und verbundener mit der Gruppe fühlen.
- Dann kommt die Runde “Anliegen-Buffet”. Hier lädt die Moderatorin ein, sich Gedanken zu machen, über welches Thema du heute sprechen würdest, wenn du mutig wärst und dir selbst eine Herausforderung stellen würdest, etwas Persönliches mit der Gruppe zu teilen. Wichtig hierbei ist, dass du das nicht teilen musst, sondern, dass du nur eine Readiness herstellst, ein vorbereitet-Sein, falls sich an diesem Tag der Moment ergibt, an dem du dich selbst herausfordern möchtest. Zudem bekommen alle einen inspirierenden Einblick über mögliche Themen. Die Gruppe bekommt kurz Zeit zum Überlegen und um in sich hinein zu spüren. Dann fängt jemand an, sein Anliegen kurz vorzustellen, maximal 1 Minute, und dann geht's weiter nach dem Popcorn-Prinzip. Am Ende hat die Gruppe eine Art Buffet von Anliegen vor sich, also von persönlichen Themen/Geschichten, die eine gewisse emotionale Brisanz mit sich bringen und den Boden für die anstehende Anliegenrunde bereiten.
- Dann kommt die Kleingruppenbildung. Mehrere Moderatoren stellen sich auf im Raum und die Teilnehmer suchen sich ihre Kleingruppe, indem sie sich zu einer Moderatorin dazu stellen. Das ganze läuft eine Weile, denn manche entscheiden sich mehrfach um, bis für alle alles passt. Sympathie treibt diesen Prozess an, wer mit wem zusammen oder nicht zusammen in einer Kleingruppe sein möchte. Die gebildeten Kleingruppen verteilen sich dann auf mehrere Räume. Etwa 5-7 Leute sind eine ideale Kleingruppengröße.
13.30 Uhr - Anliegen-Runde - erster Teil
Die Moderatorin stellt erneut sicher, dass alle orientiert sind, was genau folgt und beantwortet Fragen. Oft wird vereinbart, dass Teilnehmer nun Zeit haben frei zu erzählen, ohne unterbrochen zu werden. Sie sind eingeladen auch das Thema zu wählen, dass sie in der Anliegen-Buffet-Runde bereits angeschnitten haben, oder ein neues, anderes, leichteres Thema zu wählen. Es wird das Zeitmanagement vorgestellt. Die Teilnehmer können sich an 20 Minuten Erzählzeit inklusive Feedback orientieren, aber bei Dringlichkeit auch deutlich überziehen. Alle 5 Minuten ertönt ein Klangschalengong von Handy, um zeitliche Orientierung zu geben. Dann geht es los und jemand mit einem Impuls (der Protagonist) beginnt zu erzählen. Wenn die Gruppe orientiert ist, worum es geht, kann die Moderatorin dem Protagonisten noch ein passendes Gesprächsformat vorschlagen und gemeinsam durchsprechen. (Beispielformate: (1) Einfach erzählen, (2) achtsame Fragen aus der Gruppe, (3) schnelle Fragen aus der Gruppe, (4) die Gruppe unterhält sich untereinander über das erfahrene als wäre der Protagonisten nicht da.) Am Ende gibt es jeweils eine Phase mit Feedback aus der Gruppe, das der Protagonist frei gestalten kann. Dann gibt es eine kurze Pause, in der man sich auch die Beine vertreten kann. Anschließend fährt nach dem Popcorn-Prinzip jemand fort, der dazu gerade den Impuls hat.
16.00 Uhr - Mittagessen
Jemand aus der Gruppe hat etwas gesundes, Vegetarisches gekocht, wie etwa ein Linsen-Dal mit Reis. Dabei wird entspannt geplaudert.
17.00 Uhr - Anliegen-Runde - zweiter Teil
Hier geht es einfach weiter, wie in Teil eins.
19.00 Uhr - Abschlussrunde
Hier kommen die Kleingruppen erneut zusammen und es wird noch geteilt, was noch raus will. Befindlichkeiten, Erlebnisse, alles, was gerade eben da ist. Auch der Gruppenprozess wird beleuchtet.
20.00 Uhr - Schluss
Abfahrt Organisation
Dann ist optionaler, freier Ausklang bis 22.00 Uhr möglich. Gemeinsam chillen, essen, trinken und ratschen…
Encountertag Termine
Monatlich Samstags:
- Samstag, 27. September 2025 / Tribe Starter - Encounter #17
- Samstag, 25.Oktober 2025 / Tribe Starter - Encounter #18
- Samstag, 22.November 2025 / Tribe Starter - Encounter #19
- Samstag, 20. Dezember 2025 / Tribe Starter - Encounter #20
- Samstag, 17. Januar 2026 / Tribe Starter - Encounter #21
- Samstag, 14.Februar 2026 / Tribe Starter - Encounter #22
- Samstag, 14 März 2026 / Tribe Starter - Encounter #23
- Samstag, 11.April 2026 / Tribe Starter - Encounter #24
Wir teilen uns die entstehenden Kosten vom Essenseinkauf nach dem Selbstkostenprinzip. Momentan sind es 15€ pro Teilnehmer. Die Organisation von Einkauf, Rezepte, Kochen und Moderation teilt sich die Gruppe so, dass alle entstehenden Aufwände sich möglichst gleich verteilen.
Du hast Interesse, das einmal mitzuerleben? Und hast grundsätzlich Lust und auch die Kapazitäten, an so etwas regelmäßig teilzunehmen? Du kannst von Anfang 11.00 Uhr bis Ende 20.00 Uhr dabei sein?
Dann schreib doch eine Mail an einen von uns dreien, Caro, Laura und Felix, wir organisieren das Ganze und können dich anmelden.
In deiner Mail sollte stehen:
- Dein Name
- Deine Handynummer
- Zu welchem Termin du gerne kommen möchtest
- Und alle Fragen, die du noch hast und gerne auch dein Facebook/Instagram wenn du magst
Wenn alles klappt, bekommst du anschließend bald eine Mail von uns mit deiner Anmeldebestätigung und einem Link zu einer Telegram-Messenger-Gruppe in der auch die Anfahrt organisiert wird. Teilnahme an der Telegram-Gruppe ist aus Sicherheitsgründen eine Teilnahmevoraussetzung. Jedes Tribe Starter Event hat eine eigene, begleitende Messenger-Gruppe
Sicherheit und Selbstverantwortung
- Psychische Stabilität. Speziell Teilnehmer, die zum ersten Mal teilnehmen wollen, sollten davor in sich gehen und überprüfen, ob sie sich im Moment psychisch stabil genug fühlen, um sich auch im Rahmen einer psychisch herausfordernden Gruppendynamik sicher bewegen können. Der Prozess basiert auf der Selbstverantwortung der Teilnehmer. Die Moderatoren haben keine psychologische Ausbildung, um destabilisierte Persönlichkeiten aufzufangen. Der Prozess ist nicht therapeutisch ausgerichtet, sondern potenzialorientiert in Richtung Persönlichkeitsentfaltung und setzt psychische Stabilität voraus.
Stopp als Sicherheitswerkzeug.
Als Sicherheitsinstrument haben die Moderatoren die Möglichkeit, den Gruppenprozess jederzeit zu stoppen, um sich zu beraten, den Prozess neu aufzusetzen oder ganz abzubrechen. Das soll der Sicherheit der Teilnehmer dienen, um Eskalation und damit Verletzungsrisiko vorzubeugen.
Was ist Encounter? Eine kurze Zusammenfassung
Encounter ist ein vertrauensvolles, achtsames, wertschätzendes Gruppengespräch über persönliche, emotionale Themen, mit etwa 6 bis 8 Teilnehmern, etwa 4 Stunden oft abends in privaten Wohnzimmern. Dabei ist es wichtig, dass wirklich alles, jede Kleinigkeit vollkommen freiwillig geschieht. Alle Teilnehmer sind selbstverantwortlich und achten auf ihre eigenen Grenzen und teilen nur das, was sich für sie stimmig anfühlt.Den anderen einen Vertrauensvorschuss zu geben führt oft dazu, dass sich tatsächlich nach und nach eine sehr vertrauensvolle Stimmung in der Gruppe bildet. Im Grunde reicht es aus mutig und authentisch zu sein.Intensität entsteht vor allem bei ehrlichem Interesse an den anderen und wenn alle aktiv zuhören und die anderen das auch spüren lassen.
Oft gibt es Situationen, in denen sich Teilnehmer gegenseitig Feedback geben. Dabei ist es wichtig zu klären ob und welche Art Feedback gewünscht wird. Manchmal sind Ratschläge unerwünscht.
Meist übernimmt jemand die Moderation, kümmert sich also um die Gesprächsstruktur, organisiert die Aufmerksamkeit der Gruppe, sorgt sich darum, dass alle Befindlichkeiten gehört werden, dass alle orientiert sind und sich gut einbringen können und das sich alle einig sind was wir miteinander wollen. Wenn es emotional wird, lohnt es sich oft die Aufmerksamkeit der Gruppe sanft dahin zu lenken, wo gerade Intensität entsteht, um daran anzuschließen. Die Moderatorin ist auch Teil der Gruppe und muss zwischen ihrer Moderationsrolle und Teilnehmer Rolle hin und her schalten, was nicht immer ganz einfach ist. Um in die Rolle der Moderation zu schlüpfen, braucht man weniger Erfahrung als mehr eine unterstützende und achtsame Haltung.
Möglicher Ablauf
Vorlauf:
Jemand erstellt einen Nuudel für eine Gruppenterminfindung und jemand bietet sein Wohnzimmer an und kocht.
Ankommen:
18.00 Uhr. Der Gastgeber hat bereits etwas vegetarisches gekocht und nach und nach trudeln die Leute ein und kommen gemeinsam erst einmal beim Essen an.
Start:
19.00 Uhr. Alle setzen sich in einen Kreis, möglichst auf Augenhöhe und sorgen dafür, das alle es gemütlich und warm haben. Die Moderatorin macht die Struktur des weiteren Verlaufes transparent und sorgt dafür, dass alle Bedürfnisse im Raum gehört wurden.
Befindlichkeitsrunde:
Alle sagen kurz in zwei bis drei Sätzen, wie es ihnen in diesem Moment gerade geht. Wer Lust hat, fängt an und dann reihum oder frei nach Impuls.
Erzählrunde mit Feedback:
20.00 Uhr. Die Erzählrunde ist dann der Hauptteil, bei dem jede Teilnehmerin bis zu etwa 20 Minuten Zeit bekommt frei das zu erzählen, was Sie mit der Gruppe teilen will. Es müssen nicht alle erzählen, aber meistens machen es dann doch alle, weil jeder sich irgendwann zeigen will. Während des Erzählens gibt es keine Unterbrechungen, dafür gibt es im Anschluss die Möglichkeit für Feedback, wenn die Erzählerin das will. Der Moderator behält dabei die Zeit im Auge und kann mit einem “Bitte langsam zum Ende kommen!” die Erzählerin darauf aufmerksam machen, wenn Sie zu lange erzählt.
Befindlichkeitsrunde:
22.30 Uhr. Alle sagen erneut kurz in zwei bis drei Sätzen, wie es ihnen in diesem Moment gerade geht. Wer Lust hat, fängt an und dann reihum oder frei nach Bedürfnis.
Ausklang:
Alle einigen sich, wer den Nuudel für die Terminfindung fürs nächste Treffen aufsetzt. Einige brechen auf, und die anderen ratschen noch gemütlich und frei weiter, essen und trinken noch was, bis der Gastgeber signalisiert, dass er jetzt schlafen gehen möchte.
Ihr wollte eure eigene Gruppe Gründen?
Tipp zur Encountergruppen-Gründung:
Es macht einen enormen Unterschied, ob ihr mit oder ohne Manifest gründet. 95% der Probleme die sicher entstehen werden, könnt ihr durch ein Manifest bereits vor der Gründung abfangen. Das spart eure Energie und erhöht die Chancen für nachhaltige Entfaltung der Gruppe. Beispiel: https://docs.google.com/document/d/1SqclTgX4uWU3k7niiCZpKFkgKrEPb65ehpCFiE9Apzo/edit?usp=drivesdk
Und zögert den Moment der Gründung so lange mit Einzelsessions hinaus, bis ihr wirklich ein stimmiges Gefühl in eurer Kerngruppe habt. Ihr solltet euch nicht nur einander öffnen können, sondern auch miteinander klar haben, ob ihr auch vom Prozess her das gleiche wollt. Immer die Beziehungsebene UND die Prozessebene im Blick behalten. Super Frage dazu ist: "Wie müsste der Prozess laufen, dass alle maximal davon profitieren?" Und... mindestens einer, besser 2-3 müssen wirklich commitet sein, das als Serienevent / Ritual aufzuziehen, eine Terminserie zu setzen, einzuladen, zu hosten, zu kochen, Gäste zu managen und zu moderieren. Commitment steckt an, vor allem wenn es von Beginn an wechselseitig erwartet wird. Wenn ihr nicht mit der Klarheit und der Bereitschaft mit eigener Energie einen Rahmen zu stellen in so ein Gründungsvorhaben hinein geht, sinken die Chancen auf ein Gelingen ganz schnell. Die meisten Encountergruppen schlafen wegen zu geringem Commitment und wegen Reibung durch mangelnde Ritualisierung / Prozessklarheit innerhalb von 9 Monaten ein. Also... eine größere Startinvestition und ein Manifest lohnen sich! Wir machen das jetzt seit 17 Jahren, mit diversen Gruppen parallel innerhalb einer Szene von Encountergruppen. Da kommt einiges an Erfahrung zusammen.
Wie funktioniert eine Encounter-Gruppe?
Stell dir vor, du bist in einem Raum voller Menschen. Alle sind da, um sich besser kennenzulernen, sich auszutauschen und einfach gemeinsam Zeit zu verbringen. Das ist der Kern einer Encounter-Gruppe. Es ist ein Ort, an dem Vertrauen, echte Verbindungen und Gemeinschaft im Vordergrund stehen. Klingt interessant, oder? Lass uns tiefer eintauchen, um zu verstehen, wie so eine Gruppe funktioniert und warum sie so besonders ist.
Ein Platz zum Verstehen und Verstandenwerden
Eine Encounter-Gruppe ist viel mehr als nur ein Treffen. Es ist eine Möglichkeit, tiefere Verbindungen zu anderen Menschen aufzubauen. Sie besteht aus einer festen Gruppe von Menschen, die sich regelmäßig treffen. Meistens sind es etwa 14 Personen, von denen etwa die Hälfte anwesend ist. So entsteht ein gutes Gleichgewicht – es ist nie zu voll, aber auch nie zu leer.
Eine typische Sitzung dauert ungefähr 4 bis 5 Stunden und findet abends statt, zum Beispiel von 18 bis 23 Uhr. Das bedeutet: Es ist genug Zeit, um richtig ins Gespräch zu kommen, in die Tiefe zu gehen und einander wirklich zu begegnen. Diese regelmäßigen Treffen schaffen Stabilität und geben jedem Mitglied die Chance, sich in der Gruppe zu verwurzeln.
Jeder ist wichtig – Die DNA der Gruppe
Das Besondere an einer Encounter-Gruppe ist, dass sie nicht von einer Person oder einem Team geleitet wird. Stattdessen gestalten alle Mitglieder die Gruppe gemeinsam. Dabei gibt es eine Art „Spielregeln“, die in einem Dokument festgehalten sind – das nennt sich DNA der Gruppe. Die DNA beschreibt, wie die Gruppe funktioniert, welche Werte sie hat und wie Entscheidungen getroffen werden.
Es ist spannend, dass diese DNA nur einstimmig geändert werden kann. Das bedeutet: Jeder hat eine Stimme, und jede Meinung zählt. Das schafft ein Gefühl von Gleichberechtigung und gibt jedem das Gefühl, wirklich Teil der Gruppe zu sein.
Was passiert, wenn es knirscht?
In jeder Gemeinschaft gibt es hin und wieder Spannungen. Das ist normal und gehört dazu! In einer Encounter-Gruppe können solche Spannungen sogar hilfreich sein. Denn sie zeigen, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse haben. Wenn die Spannungen zu groß werden und die Bedürfnisse der Mitglieder sehr unterschiedlich sind, kann sich die Gruppe aufteilen. Das ist ein bisschen wie bei einer Pflanze, die einen neuen Zweig bildet. Aus einer Gruppe werden dann zwei, und beide können sich mit einer eigenen DNA weiterentwickeln.
Natürlich ist das kein einfacher Prozess. Oft ist es schmerzhaft, weil man sich von Menschen trennt, mit denen man Zeit verbracht hat. Aber gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu machen und sich weiterzuentwickeln. Genau das macht die Arbeit in einer Encounter-Gruppe so lebendig und spannend!
Die perfekte Gruppengröße und das Geheimnis der Gäste
Eine Gruppe funktioniert am besten, wenn sie aus etwa 14 Mitgliedern besteht. So gibt es genug Energie und Dynamik, um spannende Gespräche und Interaktionen zu erleben. Um die Gruppe lebendig zu halten, ist es wichtig, immer wieder neue Menschen einzuladen. Diese Gäste bringen frischen Wind mit und sorgen dafür, dass die Gruppe nicht in Routine verfällt.
Ein Mitglied der Gruppe übernimmt oft die Rolle des „Gäste-Organisators“. Diese Person hat die wichtige Aufgabe, neue Gäste einzuladen und sicherzustellen, dass sie gut zur Gruppe passen. Das ist wie bei einer Party: Es ist wichtig, dass die Gäste miteinander harmonieren, damit alle Spaß haben. Aber wenn die ganze Gruppe versucht, die Gästeliste zu organisieren, wird es schnell chaotisch. Deshalb kümmert sich eine Person darum, was viel effizienter ist.
Commitment – Die Schlüsselzutat für Erfolg
Damit eine Encounter-Gruppe funktioniert, ist eines besonders wichtig: das Engagement der Mitglieder. Wer dabei ist, sollte sich auf die Treffen einlassen und bereit sein, Zeit und Energie zu investieren. In vielen Gruppen gibt es sogar eine Regel, dass jedes Mitglied an mindestens 50% der Treffen teilnehmen sollte. Nur so kann sich die Gruppe über die Zeit entwickeln und stabile Verbindungen aufbauen.
Wenn zu wenige Leute dabei sind oder das Engagement fehlt, kann die Gruppe ins Wanken geraten. Aber wenn alle an einem Strang ziehen, entsteht eine unglaublich kraftvolle Gemeinschaft, die auch schwierige Zeiten überstehen kann.
Ein Hüttenausflug – Zeit für intensive Begegnungen
Encounter-Gruppen organisieren oft alle sechs Monate ein Hüttenwochenende. Stell dir vor, du verbringst ein Wochenende gemeinsam in einer Hütte, fernab vom Alltag. Das bietet die perfekte Gelegenheit, sich besser kennenzulernen und den Gruppenprozess zu vertiefen. In dieser Zeit wachsen die Mitglieder enger zusammen, und es entstehen oft Freundschaften, die weit über die Gruppe hinausgehen.
In We Space - Das Buch findet ihr ein Kapitel über Encountergruppen.
Hier erfahrt ihr, wie We Space 2006 aus einer Encountergruppe entstanden ist, wie Encountergruppen funktionieren, wie sich unsere Gemeinschaft im Detail organisiert und wie ihr selbst in eurer Stadt eine Encountergruppe und dann Gemeinschaft gründen könnt.
Hier gehts zu We Space - Das Buch auf Deutsch
Hören als Audio-Podcast
In unserer Telegram-Gruppe haben wir eine Encounter Untergruppe, wo ihr Leute zum Encountern finden könnt:
Encounter Formate
Moderation
Ehemalige Encounterprojekte
https://we-space-open-encounter.blogspot.com
https://carolingaiser.wordpress.com
https://encountergruppen.blogspot.com
https://dyaden-meditation-fragen.blogspot.com/2022/11/dyaden-meditation-fragen.html
https://docs.google.com/document/d/1t7lnprNJnulkv0EmSBJF-RKLqcM6H0X5ZcTB-hmukF4/edit?usp=drivesdk
