Tribe Starter - Universum in drei Begegnungsformaten
Workshopwochenenden – Ein Tor zur Gemeinschaft
Stell dir vor, du betrittst einen Raum, in dem Leichtigkeit und Verspieltheit in der Luft liegen. Ein Raum, in dem du sofort das Gefühl hast, willkommen zu sein – genau so erleben die Teilnehmer die Workshopwochenenden im Tribe Starter Universum. Diese Wochenenden sind mehr als nur Veranstaltungen; sie sind Erlebnisse, die Türen öffnen und den ersten, oft magischen Schritt in eine tiefergehende Gemeinschaft ermöglichen.
Die Workshopwochenenden bilden das Fundament des gesamten Begegnungsuniversums. Hier beginnt die Reise, auf der Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Lebensgeschichten zusammenkommen, um sich kennenzulernen, zu spüren und gemeinsam zu wachsen. Es ist der erste Berührungspunkt, der es jedem ermöglicht, einfach mal „Luft zu schnuppern“. In einer Atmosphäre, die von Offenheit, Neugier und spielerischem Entdecken geprägt ist, entstehen erste Verbindungen, die manchmal zu lebenslangen Freundschaften werden.
Was diese Wochenenden so besonders macht, ist ihre Vielseitigkeit. Schon beim Betreten des Veranstaltungsortes spürst du den Zauber der Vielfalt: Es gibt Raum für körperliche Begegnungen – sei es beim gemeinsamen Tanzen, beim spielerischen „Playfight“ oder beim liebevollen Umarmen – und ebenso für den Austausch auf sprachlicher Ebene. In Formaten wie dem Lebensgeschichten-Erzählen oder dem Wordcafé können sich die Teilnehmer auf tiefgründige, persönliche Gespräche einlassen, die weit über oberflächliche Smalltalks hinausgehen. So entsteht ein Mosaik aus Erfahrungen, Eindrücken und Emotionen, das das Fundament für Vertrauen und Gemeinschaft legt.
Die Workshopwochenenden sind bewusst so gestaltet, dass sie jedem die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, wie intensiv er oder sie in den Prozess einsteigen möchte. Es gibt keine starren Vorgaben, sondern einen flexiblen Rahmen, der Raum für individuelle Entfaltung lässt. Wer zum Beispiel den Mut hat, sich körperlich zu spüren, findet beim gemeinsamen Tanzen oder bei spielerischen Bewegungsübungen die perfekte Gelegenheit, sich selbst neu zu entdecken und mit anderen in Kontakt zu treten. Gleichzeitig bietet das Format aber auch Platz für ruhige Momente, in denen man sich in vertrauten Gesprächsrunden öffnen und über persönliche Lebenswege berichten kann.
Besonders berührend ist, wie diese Wochenenden die Brücke zwischen dem Individuum und der Gemeinschaft schlagen. Hier steht nicht nur das eigene Erleben im Mittelpunkt, sondern auch das gemeinsame Wachsen. Die Teilnehmer lernen, dass es genauso wichtig ist, sich selbst zu zeigen wie auch, sich auf andere einzulassen. Dieses Zusammenspiel aus Selbstentfaltung und gegenseitiger Unterstützung schafft eine Atmosphäre, in der jeder das Gefühl hat, gebraucht und verstanden zu werden.
Ein weiterer zentraler Aspekt der Workshopwochenenden ist die Transparenz und das Vertrauen, das von Anfang an in den Prozessen verankert ist. Die Organisator legen großen Wert darauf, dass alles offen und nachvollziehbar gestaltet wird. Bereits bei der Anmeldung über ein einfaches Formular wird signalisiert: Hier zählt nicht nur die Teilnahme, sondern das gemeinsame Mitgestalten. Es gibt keinen Vorhang, hinter dem Entscheidungen getroffen werden – stattdessen wird jeder dazu eingeladen, sich aktiv einzubringen und seinen eigenen Beitrag zur gemeinsamen DNA zu leisten.
Dieses Prinzip der Offenheit und Mitgestaltung zeigt sich auch in den verschiedenen Rollen, die innerhalb eines Workshops verteilt werden. Jede Person bringt ihre individuellen Stärken ein – sei es in der digitalen Vorabkommunikation, der Organisation der Logistik oder der kreativen Gestaltung von Inhalten. Die Rollenverteilung erfolgt oft ganz organisch. Man merkt, dass hier jeder, der seine Talente und Ideen einbringt, gleich an Wertschätzung gewinnt. Es entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit, weil jeder weiß, dass er nicht allein ist – vielmehr wirkt die Energie der Gruppe wie ein Katalysator, der alle Impulse aufnimmt und in ein harmonisches Ganzes überführt.
Die Workshopwochenenden sind dabei nicht nur erste Schritte in eine breitere Gemeinschaft, sondern auch ein sicherer Hafen für all jene, die den Mut haben, sich auf neue Erfahrungen einzulassen. Es ist ein Raum, in dem Fehler nicht als Scheitern, sondern als Möglichkeit zur Weiterentwicklung gesehen werden. Diese positive Fehlerkultur trägt dazu bei, dass jeder Lern- und Entwicklungsprozesse erleben kann, ohne Angst vor Ablehnung oder Verurteilung haben zu müssen. So wird das Wochenende zu einem Ort, an dem man sich nicht nur selbst, sondern auch den anderen gegenüber öffnen kann – mit all den Unsicherheiten, Freuden und Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt.
Besonders berührend ist der Aspekt des gemeinsamen Erlebens. Wenn man an einem Workshopwochenende teilnimmt, spürt man sofort: Hier bist du nicht allein. Es ist diese Wärme, die aus den vielen kleinen Begegnungen entsteht – vom ersten Lächeln am Empfang bis hin zu den intensiven Gesprächen in den kleinen Gruppen. Man fühlt sich getragen von einer Gemeinschaft, die authentisch und unverstellt ist. Es ist, als ob sich alle in einem großen, bunten Mosaik zusammenfinden, in dem jeder Stein seinen Platz und seine Bedeutung hat.
Doch was macht den besonderen Zauber der Workshopwochenenden aus? Es ist die Balance zwischen Struktur und Freiheit. Die Organisator schaffen einen Rahmen, der Sicherheit gibt, gleichzeitig aber auch genügend Raum lässt, um spontan auf die Bedürfnisse der Teilnehmer einzugehen. Dieses Spannungsfeld zwischen festgelegten Abläufen und der Freiheit, individuelle Wege zu gehen, macht den Reiz dieser Veranstaltungen aus. Jeder Moment ist durchdrungen von einer gewissen Leichtigkeit, die es ermöglicht, dass auch unvorhergesehene Situationen – sei es ein kleiner organisatorischer Engpass oder ein überraschender Impuls während einer Gesprächsrunde – mit Kreativität und Humor aufgenommen werden können.
Ein weiterer, fast magischer Aspekt der Workshopwochenenden ist die Möglichkeit, in die eigene Innenwelt einzutauchen. In einer schnelllebigen Zeit, in der wir oft zwischen beruflichen Pflichten und privaten Verpflichtungen zerrieben werden, bieten diese Wochenenden einen Rückzugsort – einen Moment, in dem man innehalten, sich selbst wieder spüren und herausfinden kann, was einem wirklich wichtig ist. In diesem geschützten Raum können Emotionen freien Lauf nehmen, und man darf sich so zeigen, wie man ist – mit all seinen Stärken und Schwächen. Es entsteht ein Gefühl von Geborgenheit, das weit über das reine Erleben eines Events hinausgeht.
Die emotionalen Impulse, die an diesen Wochenenden gesetzt werden, wirken oft wie kleine Anker im Alltag. Viele Teilnehmer berichten, dass sie die erlebte Wärme und das Gefühl der Zugehörigkeit noch lange nach dem Wochenende in sich tragen – als leise Erinnerung daran, dass es immer einen Ort gibt, an dem sie verstanden und angenommen werden. Dieses nachhaltige Gefühl der Verbundenheit ist es, das das Tribe Starter Universum so lebendig macht und den Menschen Kraft gibt, ihren eigenen Weg zu gehen.
Letztlich sind die Workshopwochenenden auch ein Ausdruck der Vision, Gemeinschaft in all ihren Facetten zu leben. Hier wird bewusst auf traditionelle Strukturen verzichtet und stattdessen ein Raum geschaffen, in dem jeder mit seiner einzigartigen Geschichte willkommen ist. Es geht nicht darum, perfekte Teilnehmer zu haben oder fehlerfrei zu agieren, sondern darum, gemeinsam einen Weg zu finden, auf dem alle voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können. Diese Haltung, die auf Vertrauen, Offenheit und Mut zur Veränderung basiert, ist das Herzstück des gesamten Konzepts.
In einer Welt, in der häufig Wettbewerb und Individualismus im Vordergrund stehen, bieten die Workshopwochenenden einen erfrischenden Kontrapunkt. Hier zählt das Miteinander, das gemeinsame Erleben und die Freude daran, sich selbst und den anderen auf Augenhöhe zu begegnen. Es ist ein Ort, an dem die Seele baumeln kann und an dem der Blick auf das Wesentliche – die menschliche Verbindung – gelenkt wird.
Wenn du also das nächste Mal darüber nachdenkst, wie es wäre, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die dich nicht nur aufnimmt, sondern auch aktiv mitgestalten lässt, dann erinnere dich an die Workshopwochenenden im Tribe Starter Universum. Sie laden dich ein, dich auf das Abenteuer des Miteinanders einzulassen, neue Facetten an dir zu entdecken und mit einer offenen, herzlichen Energie den Grundstein für eine tiefere Verbindung zu legen.
Hier endet der erste Teil unserer vierteiligen Reise durch das Universum der Begegnungsformate. Während wir im nächsten Essay die Encountertage beleuchten und aufzeigen, wie diese ein noch tiefer gehendes, sprachlich-intensives Kennenlernen ermöglichen, bleibt vorerst der Zauber der Workshopwochenenden – jener erste, freudige Schritt, der den Weg für alles Weitere ebnet.
Dieses Wochenende ist also mehr als nur ein Event – es ist ein lebendiges, atmendes Tor, das dir den Zugang zu einer Welt voller Wärme, Kreativität und Gemeinschaft eröffnet. Indem du dich auf die offenen, spielerischen Impulse einlässt, wirst du Teil eines Prozesses, der dich nachhaltig prägen und mit neuen, unerwarteten Perspektiven bereichern kann.
Encountertage – Ein Tag der Tiefe und Offenheit
Stell dir vor, du wachst an einem Morgen auf, an dem die Welt ein wenig langsamer zu atmen scheint. Heute ist ein Tag, der nur dir und einer besonderen Gruppe von Menschen gehört – ein Tag, an dem Begegnungen auf einer tieferen Ebene stattfinden. So erleben die Teilnehmer die Encountertage, ein Format, das den Übergang von der ersten, spielerischen Annäherung zu intensiven, bedeutsamen Verbindungen ermöglicht.
Die Encountertage sind mehr als nur eintägige Veranstaltungen. Sie bilden eine Brücke zwischen dem offenen, farbenfrohen Raum der Workshopwochenenden und den langfristigen, familiären Bindungen der Encountergruppen. An diesen besonderen Tagen treffen sich Menschen, die sich bereits in anderen Formaten begegnet sind oder auch ganz neu in dieses Universum eintauchen. Der Tag ist so gestaltet, dass er die Möglichkeit bietet, sich auf persönlicher Ebene auszutauschen, sich in Gesprächen zu verlieren und gemeinsam in die Tiefe zu gehen.
Schon beim Betreten des Veranstaltungsraums liegt eine spürbare Spannung in der Luft – eine Mischung aus Vorfreude, Neugier und dem leisen Versprechen, dass heute etwas Bedeutendes geschehen wird. Anders als bei den Workshopwochenenden, wo die Vielfalt und das spielerische Erkunden im Vordergrund stehen, haben die Encountertage einen ganz eigenen Rhythmus. Hier ist die Struktur bewusst schlanker, der Tag ist fokussiert und intensiver. Es geht darum, den Mut aufzubringen, sich selbst zu zeigen, und darum, in authentischen Gesprächen mehr von sich preiszugeben.
In dieser Atmosphäre der Offenheit findet sich ein besonderer Zauber: Die Begegnungen werden persönlicher, fast so, als würden sich die Seelen der Teilnehmer kurzzeitig berühren. Während man sich anfangs vielleicht noch mit einem leisen Zögern begegnet, öffnet sich im Laufe des Tages ein Raum, in dem jeder sich verstanden fühlt. Es ist dieser Prozess des langsamen Loslassens, der den Encountertag so kraftvoll macht – ein Prozess, bei dem Ängste und Vorbehalte schrittweise fallen und Platz machen für echtes Vertrauen und tiefe Nähe.
Die Gestaltung der Encountertage ist dabei stets ein Balanceakt zwischen Auswahl und Offenheit. Zwar wird nicht jeder, der an den Workshopwochenenden teilgenommen hat, automatisch zu einem Encountertag eingeladen – hier ist die Einladung selektiver und bewusst gewählt. Diese Selektion dient jedoch keineswegs dazu, jemanden auszuschließen, sondern soll vielmehr sicherstellen, dass die Gruppe an diesem Tag in ihrer Intensität und Dynamik harmoniert. Es entsteht so ein semipermeabler Raum, in dem die bereits vorhandenen Verbindungen vertieft und neue, kraftvolle Impulse gesetzt werden können.
Ein zentrales Element der Encountertage ist der verbale Austausch. Die Formate an diesen Tagen sind so konzipiert, dass sie die Sprache als Medium der Begegnung feiern. In intensiven Gesprächsrunden, in denen jeder ermutigt wird, seine persönlichen Geschichten und Erlebnisse zu teilen, entsteht eine Atmosphäre, in der Worte nicht nur kommuniziert, sondern auch gefühlt werden. Es sind diese tiefgehenden Unterhaltungen, in denen sich die Teilnehmer ein Stück weit öffnen – vielleicht auch über Themen, die sie bisher verborgen hielten. Hier zählt nicht die perfekte Vorbereitung, sondern der authentische Ausdruck des eigenen Innersten.
Während des Tages entstehen Momente, die wie kleine Offenbarungen wirken. Ein Lachen, das plötzlich alle Barrieren zum Schmelzen bringt, ein stilles Nicken, das mehr sagt als tausend Worte – all diese Augenblicke verweben sich zu einem lebendigen Gewebe aus gegenseitiger Anerkennung und Respekt. Die Encountertage laden dazu ein, nicht nur über das Offensichtliche zu sprechen, sondern auch über die leisen Töne des Lebens, die oft im Alltagsrauschen untergehen. So kann ein scheinbar unscheinbares Gespräch zum Katalysator für tiefgreifende Veränderungen werden.
Ein weiterer, nahezu magischer Aspekt dieser Tage ist das Gefühl der Dringlichkeit und Präsenz. In einem eintägigen Format liegt die Intensität im Detail – jeder Moment zählt, jede Begegnung ist kostbar. Die Teilnehmer spüren, dass sie heute nicht nur anwesend sind, sondern aktiv am Gestalten eines besonderen Tages mitwirken. Es ist, als ob die Zeit selbst einen Moment der Stille einlegt, um Platz für echte, unverfälschte Begegnungen zu schaffen. Diese Intensität ermöglicht es, dass auch schwierige oder emotionale Themen angesprochen werden können, ohne dass man sich dabei überfordert fühlt. Im Gegenteil: Die Struktur der Encountertage gibt Raum, um sich gegenseitig zu stützen und zu begleiten, wenn die Gespräche in tiefere, berührende Bereiche vordringen.
Die Atmosphäre an diesen Tagen ist geprägt von einer leisen, aber spürbaren Wärme – einer Wärme, die von der gemeinsamen Erfahrung und dem geteilten Moment ausgeht. Es ist diese Herzlichkeit, die jeden Raum durchdringt und dafür sorgt, dass man sich sofort aufgehoben fühlt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man neu in dieser Gemeinschaft ist oder bereits auf anderen Formaten teilgenommen hat – der Encountertag schafft eine Ebene, auf der alle gleich sind. Hier zählen nur die gemeinsamen Erlebnisse und das ungeschminkte, authentische Miteinander.
Neben den intensiven Gesprächen bietet der Encountertag auch Raum für kreative Impulse. Manchmal entstehen inmitten der tiefgründigen Dialoge auch spontane Aktivitäten, die den Tag mit spielerischer Leichtigkeit auflockern. Diese Momente sind besonders wertvoll, denn sie erinnern daran, dass tiefe Verbundenheit nicht nur in ernsten Gesprächen liegt, sondern auch im gemeinsamen Lachen und in der Freude am Augenblick. Diese Balance zwischen Tiefe und Leichtigkeit ist es, die den Encountertag so einzigartig macht – ein Tag, an dem man sowohl das Herz öffnen als auch das Lächeln nicht vergessen darf.
Ein weiterer wichtiger Aspekt der Encountertage ist die Reflexion. Am Ende des Tages wird oft Raum gegeben, in dem die Teilnehmer innehalten und über das Erlebte nachdenken können. Es ist dieser Moment der Stille, der es ermöglicht, die Eindrücke zu verarbeiten und in den eigenen Alltag mitzunehmen. Viele berichten, dass sie nach einem Encountertag das Gefühl haben, etwas Bedeutendes erfahren zu haben – sei es eine neue Sicht auf sich selbst, ein tieferes Verständnis für andere oder einfach das Wissen, dass man nicht allein ist. Diese nachhaltige Wirkung zeigt, wie kraftvoll ein einziger Tag sein kann, wenn er von echter Begegnung und Offenheit geprägt ist.
Die Encountertage sind somit ein zentraler Baustein im Gefüge des Tribe Starter Universums. Sie verkörpern den Übergang von einer ersten, unverbindlichen Annäherung zu einer tiefen, persönlichen Verbindung. Während die Workshopwochenenden den Zugang zur Gemeinschaft ermöglichen und die Encountergruppen den langfristigen, familiären Zusammenhalt fördern, schaffen die Encountertage den Raum für einen intensiven, aber überschaubaren Austausch. Sie sind das Bindeglied, das es erlaubt, Erfahrungen zu vertiefen, ohne sich gleich auf eine lebenslange Verpflichtung festzulegen.
In der heutigen, oft hektischen Welt bieten die Encountertage eine wertvolle Gelegenheit, sich einen Tag lang ganz auf das Wesentliche zu konzentrieren: den zwischenmenschlichen Kontakt, das ehrliche Zuhören und die Fähigkeit, sich wirklich auf einen anderen Menschen einzulassen. Es ist ein Tag, an dem man lernt, dass Verletzlichkeit keine Schwäche ist, sondern der erste Schritt zu wahrer Stärke und echtem Miteinander. Diese Erkenntnis trägt dazu bei, dass der Encountertag weit über den Moment hinaus wirkt – er hinterlässt Spuren im Herzen und inspiriert dazu, auch im Alltag mehr auf das Zwischenmenschliche zu achten.
Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Encountertage sind ein Fest der Begegnung, ein Tag, der durch seine Intensität und Offenheit besticht. Hier treffen Menschen aufeinander, die den Mut haben, sich authentisch zu zeigen und gemeinsam die Tiefe ihrer eigenen Geschichten zu erkunden. Es ist ein Tag, an dem man spürt, dass jeder Augenblick zählt und dass in jedem Gespräch ein Funke steckt, der das Potenzial hat, das eigene Leben zu bereichern. Diese Tage laden uns ein, innezuhalten, zu lauschen und uns auf das zu besinnen, was uns wirklich verbindet – die gemeinsame Menschlichkeit.
Wenn du also an einem Encountertag teilnimmst, wirst du erleben, wie sich die scheinbaren Grenzen zwischen dir und den anderen langsam auflösen. Du wirst feststellen, dass jeder Mensch, der an diesem Tag dabei ist, mit seinen eigenen Geschichten, Hoffnungen und Träumen ein Mosaik bildet, das weit größer ist als die Summe seiner Teile. In diesem Mosaik findet jeder seinen Platz – und gemeinsam entsteht ein Bild der Verbundenheit, das genauso schön wie einzigartig ist.
Letztlich sind die Encountertage ein Ausdruck des Wunsches, nicht nur oberflächliche Kontakte zu knüpfen, sondern echte, bedeutsame Beziehungen aufzubauen. Es ist dieser Wunsch nach Tiefe, der in jedem von uns schlummert, und der an einem solchen Tag geweckt und beflügelt wird. Die Begegnungen an diesen Tagen öffnen Türen zu neuen Perspektiven, fördern den Mut zur Verletzlichkeit und schaffen ein Fundament, auf dem nachhaltige Freundschaften und Gemeinschaften wachsen können.
So bleibt der Encountertag nicht nur ein einmaliges Erlebnis, sondern ein kostbarer Moment, der nachwirkt und inspiriert. Er zeigt uns, dass es möglich ist, auch in einem kurzen, intensiven Zeitraum viel zu erleben – und dass gerade diese Intensität der Begegnung der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis unserer selbst und der Menschen um uns herum sein kann.
Encountergruppen – Die familiäre Dimension der Begegnungen
Stell dir einen gemütlichen Raum vor, in dem du nicht nur mit Menschen zusammenkommst, sondern in dem sich echte Freundschaften und tiefe, langanhaltende Verbindungen formen. Genau in diesem Raum entfalten sich die Encountergruppen – ein Format, das weit über das erste Kennenlernen hinausgeht und das Herzstück einer vertrauensvollen Gemeinschaft bildet. Während Workshopwochenenden und Encountertage den Weg in die Gemeinschaft ebnen und intensive Begegnungen ermöglichen, bieten Encountergruppen den Raum, in dem diese Begegnungen zu einem festen, familiären Fundament werden.
Encountergruppen sind kleiner, intimer und persönlicher. Typischerweise umfasst eine solche Gruppe zwischen zehn und vierzehn Menschen – genug, um eine dynamische Vielfalt zu haben, aber auch überschaubar, sodass jeder Einzelne wirklich wahrgenommen wird. Diese Gruppen treffen sich regelmäßig, oft in einem entspannten Rahmen, der Raum für echte Gespräche und gemeinsame Erlebnisse bietet. Es ist ein Raum, in dem man sich öffnen und auch mal verwundbar zeigen kann, ohne sich dabei zu verlieren – denn hier kennt man sich bereits, vertraut aufeinander und weiß, dass jeder seine Geschichte mitbringt.
Die Entstehung einer Encountergruppe ist ein zarter Prozess, der meist mit dem ersten mutigen Schritt beginnt: dem persönlichen Kennenlernen auf einem Encountertag oder einem Workshopwochenende. Oft entsteht der Wunsch, diese intensiven, erlebten Momente nicht nur einmalig zu erfahren, sondern als regelmäßigen Anker im Leben zu haben. Aus dieser Sehnsucht heraus formiert sich dann eine Encountergruppe – ein Kreis, der über die Jahre hinweg wächst, sich verändert und dennoch stets an den Werten der gemeinsamen Erfahrung und des Vertrauens festhält.
Was Encountergruppen so besonders macht, ist ihr familiäres Miteinander. Anders als bei größeren, offeneren Formaten, in denen der erste Eindruck und das unmittelbare Erleben im Vordergrund stehen, bauen Encountergruppen auf eine tiefere, langfristige Verbindung. Hier wird gemeinsam gelacht, geweint und manchmal auch schwierige Themen angesprochen, die im sicheren Rahmen der Gruppe Platz finden. Jede Begegnung in einer Encountergruppe trägt dazu bei, dass sich die Mitglieder noch besser kennenlernen – mit all ihren Stärken, Unsicherheiten und persönlichen Geschichten. Es entsteht eine Atmosphäre, in der man sich verstanden fühlt und in der man weiß, dass man nicht alleine ist.
Diese Gruppen sind oft von einer besonderen Dynamik geprägt: Es gibt das tiefe Gefühl der Vertrautheit, das sich im Laufe der Zeit entwickelt. Anfangs mag es sein, dass man noch zögert, seine innersten Gedanken zu teilen, doch mit jeder Begegnung wächst das gegenseitige Vertrauen. Die Gruppe wird zu einem sicheren Hafen, in dem man seine Seele baumeln lassen kann. Diese Sicherheit beruht auf einer klaren, aber auch flexiblen DNA, die den Rahmen der Begegnungen definiert. Innerhalb dieser DNA finden sich gemeinsame Werte und Regeln, die zwar Raum für individuelle Entfaltung lassen, aber auch dafür sorgen, dass sich jeder an den gemeinsamen Prozess gebunden fühlt.
Ein zentrales Element in Encountergruppen ist die selektive Aufnahme neuer Mitglieder. Anders als bei den offenen Workshopwochenenden, bei denen jeder willkommen ist, wird in Encountergruppen viel Wert darauf gelegt, dass sich die Gruppe organisch und im richtigen Moment vergrößert. Neue Mitglieder werden behutsam eingeführt, oft erst nach einigen gemeinsamen Begegnungen, wenn bereits eine erste Basis des Vertrauens besteht. Diese selektive Herangehensweise sorgt dafür, dass die Gruppenintimität und die gemeinsame Dynamik nicht verloren gehen. Es entsteht eine Balance zwischen Offenheit und Geborgenheit, die den Raum für tiefgehende Beziehungen erhält.
Die regelmäßigen Treffen einer Encountergruppe bieten den idealen Rahmen, um die individuelle Entwicklung zu fördern. In diesen vertrauten Kreisen lernen die Teilnehmer, ihre eigenen Bedürfnisse und Grenzen besser wahrzunehmen und zu kommunizieren. Sie erfahren, dass es in Ordnung ist, verletzlich zu sein, und dass gerade diese Verletzlichkeit eine Quelle der Stärke sein kann. Die Gruppe unterstützt sich gegenseitig, sei es in Momenten der Freude oder in Zeiten der Herausforderung. Diese gegenseitige Unterstützung wird zum Motor des gemeinsamen Wachstums – eine kontinuierliche, stille Kraft, die jeden Einzelnen ermutigt, seinen Weg zu gehen, ohne dabei die Verbindung zur Gruppe zu verlieren.
Die Struktur von Encountergruppen ist oft geprägt von einem schrittweisen, organischen Aufbau. Es beginnt meist mit einem kleinen Kreis von Menschen, die bereits eine tiefe Verbundenheit verspüren. Von hier aus entwickelt sich die Gruppe weiter – durch spontane Treffen, geplante Aktivitäten oder sogar durch gemeinsame Projekte, die das Miteinander weiter vertiefen. Mit der Zeit entsteht aus dem anfänglichen Treffen ein Netzwerk, in dem jeder seinen festen Platz findet. Diese Entwicklung ist nicht immer geradlinig und kann mit Herausforderungen verbunden sein. Doch gerade diese Herausforderungen – etwa Konflikte oder unterschiedliche Bedürfnisse – bieten der Gruppe die Möglichkeit, gemeinsam zu wachsen und die eigenen Dynamiken zu verfeinern.
In Encountergruppen wird das Prinzip der Verantwortung neu definiert. Jeder trägt, ob bewusst oder unbewusst, seinen Teil dazu bei, dass die Gruppe funktioniert. Es ist ein feines Gespür gefragt: Wer übernimmt welche Aufgabe, wann ist es sinnvoll, sich zurückzunehmen oder aktiv zu werden? Diese feine Abstimmung macht den Unterschied zwischen einer Gruppe, in der man sich einfach nur trifft, und einer Gemeinschaft, in der jeder das Gefühl hat, wirklich mitzuwirken. Dabei ist es wichtig, dass die Verantwortung nicht auf wenigen Schultern lastet, sondern dass sich jeder entsprechend seiner eigenen Stärken einbringt. So entsteht ein dynamisches Miteinander, in dem jeder, der etwas beitragen möchte, die Chance dazu bekommt – sei es durch das Einbringen eigener Ideen oder durch die Unterstützung anderer in schwierigen Momenten.
Ein weiterer faszinierender Aspekt von Encountergruppen ist der ständige Wandel, den sie durchlaufen. Wie in jeder lebendigen Gemeinschaft gibt es Phasen der Intensivierung und der Erneuerung. Konflikte oder unterschiedliche Perspektiven können dazu führen, dass sich die Gruppe neu sortiert – manchmal entstehen sogar kleinere Untergruppen, die sich wiederum in neue Richtungen entwickeln. Dieser Prozess, der oft als „zelluläre Teilung“ beschrieben wird, ist ein natürlicher Bestandteil der Gruppendynamik. Er zeigt, dass Veränderung nicht zwangsläufig etwas Negatives sein muss, sondern vielmehr eine Chance, frische Impulse zu erhalten und die eigene Gemeinschaft immer wieder neu zu beleben.
Die Encountergruppe wird somit zu einem lebendigen Organismus, in dem Wandel und Beständigkeit harmonisch koexistieren. Jeder, der in eine solche Gruppe eintaucht, erlebt, wie aus einem anfänglichen Kennenlernen eine tief verwurzelte Verbindung entsteht – ein Band, das auch in stürmischen Zeiten hält. Diese Verbundenheit ist es, die Encountergruppen zu einem einzigartigen Erlebnis macht. Sie bieten einen Raum, in dem sich die Teilnehmer auf lange Sicht entwickeln können, in dem sie lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen und in dem die gemeinsame Geschichte – die DNA der Gruppe – ständig weitergeschrieben wird.
Die emotionale Tiefe, die in Encountergruppen erreicht wird, ist nahezu spürbar. Es sind nicht nur regelmäßige Treffen, sondern gemeinsame Erlebnisse, die das Herz berühren und die Seele nähren. In den stillen Momenten nach intensiven Gesprächen, in denen man zusammen sitzt und einfach das Beisammensein genießt, zeigt sich der wahre Wert dieser Gruppen. Hier wird bewusst Zeit genommen, um zuzuhören, sich auszutauschen und gemeinsam die kleinen, bedeutungsvollen Augenblicke zu feiern. Diese Momente hinterlassen Spuren – sie stärken das Gefühl der Zugehörigkeit und machen deutlich, dass man in dieser Gemeinschaft wirklich angekommen ist.
Encountergruppen bieten auch Raum für individuelle Entfaltung. Innerhalb des geschützten Rahmens können Teilnehmer ausprobieren, wer sie sind, ohne dabei Angst vor Ablehnung zu haben. Es ist ein Ort, an dem die eigene Persönlichkeit respektiert und gefördert wird – sei es durch kreative Impulse, tiefgehende Gespräche oder einfach das stille Dasein im Kreis von Menschen, die sich wirklich kennen. Diese Freiheit, sich authentisch zu zeigen, ist ein Geschenk, das weit über den Rahmen der Treffen hinaus wirkt. Es inspiriert dazu, auch im Alltag mehr auf die eigene innere Stimme zu hören und die Verbindung zu sich selbst und zu anderen zu pflegen.
Gleichzeitig lehrt eine Encountergruppe auch, dass Gemeinschaft immer Arbeit bedeutet – eine Arbeit, die nicht als Last, sondern als lebendiger, fortwährender Prozess verstanden wird. Es ist dieser bewusste Umgang mit Verantwortung, der die Gruppe stark macht. Jeder weiß, dass es nicht darum geht, perfekt zu sein, sondern darum, gemeinsam einen Weg zu finden, der allen Raum gibt. Es entsteht ein Klima, in dem man sich gegenseitig aufrichtet und unterstützt, in dem Fehler als Lernchancen und nicht als Scheitern betrachtet werden. Diese Haltung verleiht der Gruppe ihre besondere Resilienz – sie wächst und gedeiht, auch wenn es mal stürmisch wird.
Letztlich ist die Encountergruppe mehr als nur ein regelmäßiges Treffen – sie ist eine lebendige Familie, in der sich Menschen auf eine ganz besondere Weise begegnen. Hier zählt nicht nur der Austausch von Worten, sondern auch der stille, kraftvolle Dialog der Blicke, des Lachens und des gemeinsamen Schweigens. Es ist eine Gemeinschaft, die mit der Zeit immer tiefer wird, die sich den Herausforderungen des Lebens stellt und dabei nie vergisst, dass die wahre Stärke in der Verbundenheit liegt.
Wenn du also den Wunsch verspürst, tiefer in eine Gemeinschaft einzutauchen – einen Ort zu finden, an dem du nicht nur als Gast, sondern als fester Bestandteil willkommen bist – dann ist die Encountergruppe der ideale Raum dafür. Hier findest du nicht nur Freunde, sondern auch Menschen, die gemeinsam mit dir wachsen, die dir Rückhalt geben und die dich in deiner persönlichen Entwicklung unterstützen. Es ist dieser familiäre Zusammenhalt, der Encountergruppen so unvergleichlich macht und der sie zu einem unverzichtbaren Teil des Tribe Starter Universums werden lässt.
Das Zusammenspiel der drei Formate – Eine harmonische Symphonie der Begegnung
Stell dir vor, du befindest dich in einem großflächigen Garten, in dem verschiedene Bereiche in perfekter Harmonie zusammenwirken. Jeder Bereich hat seinen eigenen Charakter, doch gemeinsam entsteht ein lebendiges, pulsierendes Ganzes. So lässt sich auch das Tribe Starter Universum beschreiben, in dem die Workshopwochenenden, Encountertage und Encountergruppen sich zu einer einzigartigen Gemeinschaft verweben – jeder Bereich erfüllt seine spezifische Aufgabe, während er gleichzeitig den anderen ergänzt und bereichert.
Die Workshopwochenenden bilden das sprudelnde Quellwasser dieser Gemeinschaft. Sie sind der erste, offene Raum, in dem Menschen ihre ersten Schritte in Richtung Gemeinschaft wagen. Hier geht es um Leichtigkeit, Kreativität und den spielerischen Zugang zueinander. Bei einem Workshopwochenende spürt man sofort die Magie des Augenblicks: Es ist ein Fest der Vielfalt, in dem jeder so sein darf, wie er ist – mit all seinen Facetten, Talenten und Träumen. Die Offenheit dieses Formats lädt dazu ein, neue Impulse aufzunehmen, sich inspirieren zu lassen und erste, unbeschwerte Kontakte zu knüpfen. Dabei entsteht eine Basis, die den Weg für tiefere, intensivere Begegnungen ebnet.
Doch das Universum der Begegnung bleibt nicht bei diesem ersten, berauschenden Gefühl stehen. Aus den Impulsen der Workshopwochenenden erwächst der Drang, sich noch intensiver zu begegnen – so entstehen die Encountertage. Diese eintägigen Formate bauen auf dem offenen Fundament auf und verleihen den Kontakten eine zusätzliche Tiefe. An Encountertagen wird der Fokus auf das persönliche Erleben und den authentischen Austausch gelegt. Die Atmosphäre ist intensiver, die Gespräche gehen in tiefere Ebenen – es ist, als würden die Teilnehmer für einen Tag all die Masken ablegen, die sie im Alltag tragen, und sich in ihrer wahren Seele zeigen. Dabei schafft der Encountertag einen Raum, in dem die flüchtigen, ersten Eindrücke der Workshopwochenenden in bedeutungsvolle, berührende Begegnungen übergehen können. Es entsteht ein Gefühl, als ob sich die Wege der Teilnehmer kreuzen und miteinander verwoben werden – ein Moment, in dem jede Stimme und jede Geschichte zählt.
Das Zusammenspiel dieser beiden Formate wird dann durch die Encountergruppen weiter veredelt. Hier finden die intensiven, einmaligen Begegnungen einen langfristigen Raum, um zu reifen und zu gedeihen. Die Encountergruppen sind das Herzstück der Gemeinschaft – ein kleiner, intimer Kreis, der sich regelmäßig trifft und in dem die während der Encountertage gesetzten Impulse weiterleben. Innerhalb dieser Gruppen entsteht ein Gefühl der Geborgenheit und Vertrautheit, das weit über den Moment hinauswirkt. Hier findet jeder seinen Platz, und aus den flüchtigen Begegnungen werden feste, familiäre Bande. Es ist dieser kontinuierliche Austausch, der dafür sorgt, dass die Teilnehmer nicht nur an einem Tag verbunden sind, sondern dass sie über lange Zeit hinweg gemeinsam wachsen, sich unterstützen und ihre individuellen Wege im Einklang mit der Gruppe gehen.
Die Magie des Tribe Starter Universums liegt genau in dieser nahtlosen Verbindung der drei Formate. Jedes Format erfüllt eine spezifische Funktion, und doch sind sie untrennbar miteinander verbunden. Die Workshopwochenenden öffnen den Zugang, sie sind die Einladung, sich auf etwas Neues einzulassen. Sie bieten einen Raum, in dem man unbeschwert experimentieren kann – ein Raum, in dem Fehler nicht als Scheitern, sondern als Chance zur Weiterentwicklung verstanden werden. Aus dieser Offenheit heraus entsteht der Wunsch, tiefer zu gehen – und genau hier greifen die Encountertage. Diese Tage fordern dazu auf, sich intensiver mit sich selbst und mit den anderen auseinanderzusetzen. Die Gespräche an Encountertagen sind oft geprägt von einer besonderen Ehrlichkeit und Verletzlichkeit, die weit über das Oberflächliche hinausgehen. Es ist ein Prozess des Loslassens und des Vertrauensaufbaus, der den Grundstein für noch tiefere Beziehungen legt.
Und wenn diese intensiven Begegnungen einmal ihren Platz im Herzen gefunden haben, dann bieten die Encountergruppen den geschützten Raum, um diese Impulse dauerhaft zu leben. In einer Encountergruppe wird aus der einmaligen Tiefe eines Tages ein kontinuierlicher Prozess – ein immer wiederkehrendes Treffen, bei dem sich das Band der Gemeinschaft immer fester knüpft. Hier wird nicht nur über das Erlebte gesprochen, sondern es wird gemeinsam daran gearbeitet, ein Fundament zu schaffen, das auch in stürmischen Zeiten Halt gibt. Die Dynamik in den Encountergruppen ist geprägt von gegenseitiger Verantwortung, Mitgestaltung und einem tiefen Gefühl der Zugehörigkeit. Es ist ein Raum, in dem sich jeder individuell entfalten kann, ohne dabei die Verbindung zu den anderen zu verlieren.
Diese drei Formate wirken wie unterschiedliche Instrumente in einer Symphonie – jedes trägt seinen eigenen Klang bei, und gemeinsam erzeugen sie einen harmonischen Gesamtsound. So wie in der Musik ein einzelner Ton wenig aussagt, so ist auch die Begegnung in einem einzelnen Format nur ein Teil eines viel größeren Ganzen. Erst wenn alle Elemente zusammenspielen, entsteht eine ganzheitliche Erfahrung, die den Menschen in ihrer Gesamtheit berührt und prägt. Diese Harmonie ermöglicht es den Teilnehmer, immer wieder neu in die Gemeinschaft einzutauchen und sich von ihr inspirieren zu lassen.
Ein weiterer faszinierender Aspekt des Zusammenspiels ist die Möglichkeit der Transformation. Die verschiedenen Formate bieten den Raum, sich immer wieder zu verändern und zu wachsen – sei es als Individuum oder als Gruppe. Die Leichtigkeit der Workshopwochenenden ermöglicht es, neue Ideen zu sammeln und sich unbeschwert auszuprobieren. Die Intensität der Encountertage bringt verborgene Facetten ans Licht und fördert den Mut zur Authentizität. Und die kontinuierliche Unterstützung in den Encountergruppen bietet den Rückhalt, den man braucht, um langfristige Veränderungen zu bewirken. Dieses Zusammenspiel aus Offenheit, Intensität und Kontinuität ist es, was das Tribe Starter Universum so lebendig und nachhaltig macht.
Gleichzeitig sorgt die wechselseitige Beeinflussung der Formate dafür, dass es immer wieder zu neuen Impulsen und Entwicklungen kommt. Ein Erlebnis an einem Workshopwochenende kann den Funken für eine tiefgehende Begegnung an einem Encountertag entfachen, der wiederum in einer Encountergruppe weiterwirkt und neue Ideen in die Gemeinschaft trägt. Diese zyklische Dynamik schafft einen Fluss, in dem sich alle Beteiligten kontinuierlich weiterentwickeln. Jeder Schritt, jede Begegnung – ob flüchtig oder intensiv – trägt dazu bei, dass die Gemeinschaft als Ganzes immer reicher und vielfältiger wird.
Das Zusammenspiel der drei Formate lehrt uns auch, dass Gemeinschaft kein statisches Gebilde ist, sondern ein lebendiger Prozess, der sich ständig wandelt und erneuert. Es zeigt uns, dass jede Phase des Kennenlernens ihre eigene Bedeutung hat und dass es Raum gibt für den Wechsel zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung. Die Offenheit der Workshopwochenenden, die Intensität der Encountertage und die Beständigkeit der Encountergruppen bilden zusammen einen Kreislauf, in dem sich die Teilnehmer immer wieder neu begegnen und gegenseitig inspirieren können.
In diesem Prozess spielt auch das Vertrauen eine zentrale Rolle. Vertrauen entsteht nicht über Nacht, sondern wächst mit jeder gemeinsamen Erfahrung. Es beginnt in den offenen Momenten eines Workshopwochenendes, vertieft sich an einem Encountertag und festigt sich in den regelmäßigen Treffen einer Encountergruppe. Dieses kontinuierliche Aufbauen von Vertrauen schafft einen sicheren Raum, in dem jeder das Gefühl hat, wirklich gesehen und gehört zu werden. Und dieses Gefühl der Geborgenheit ist es, das den Menschen Mut gibt, sich auf neue Abenteuer einzulassen und immer wieder den Schritt in Richtung tieferer Verbundenheit zu wagen.
Wenn wir auf das Zusammenspiel der drei Formate blicken, erkennen wir auch, wie vielfältig und flexibel Gemeinschaft sein kann. Es gibt keinen starren Rahmen, in den man passen muss – vielmehr ist es ein offener Prozess, der jedem Raum lässt, sich individuell einzubringen. Jeder kann wählen, was er braucht: Den spielerischen Zugang, die intensive Auseinandersetzung oder den kontinuierlichen Rückhalt. Diese Vielfalt ist es, die das Tribe Starter Universum so einzigartig macht und dafür sorgt, dass jeder – unabhängig von seinen Bedürfnissen oder Vorlieben – einen Platz findet, an dem er sich zuhause fühlen kann.
Am Ende zeigt sich: Das Zusammenspiel von Workshopwochenenden, Encountertagen und Encountergruppen ist mehr als nur ein Organisationskonzept. Es ist ein lebendiger Ausdruck von Gemeinschaft, der die Vielfalt des menschlichen Miteinanders in all seinen Facetten feiert. Es ist die Einladung, sich auf eine Reise zu begeben, auf der jeder Schritt – ob spielerisch, intensiv oder dauerhaft – ein Geschenk ist, das das Leben bereichert. Diese harmonische Symphonie der Begegnung ermutigt uns, immer wieder den Mut zu fassen, uns selbst und den anderen zu zeigen, und dabei die wunderbare Vielfalt des Lebens in all ihren Nuancen zu erleben.
Wenn du also in diesem Universum unterwegs bist, wirst du feststellen, dass jede Begegnung, jede Geschichte und jeder Moment seinen eigenen Wert hat. Du wirst spüren, wie die Leichtigkeit der Workshopwochenenden, die Tiefe der Encountertage und die Beständigkeit der Encountergruppen zusammen ein Netzwerk der Verbundenheit weben, das dir nicht nur Halt gibt, sondern auch unzählige Impulse für persönliches Wachstum und echte Gemeinschaft bereithält.
Podcast Transkript - 12.02.2025
Die inhaltliche Basis dieses Podcastes lieferte dieses Transkript:
[Felix Schmidt]
So, hallo ihr Lieben, hallo Caro, wir starten wieder mal einen neuen Podcast und heute wollten wir was zum Thema Tribestarter-Universum erzählen, und zwar über die drei wichtigsten Begegnungsformate, die wir momentan so kultivieren. Caro, was haben wir denn so für Begegnungsformate beim Tribestarter?
[Carolin Gaiser]
Ja, wir wollten die Begegnungsformate deswegen auch mal thematisieren, damit es für die Teilnehmer durchsichtiger wird, wie das Ganze zusammenhängt. Also, wir haben zum einen die Workshop-Wochenenden, das ist, glaube ich, das bekannteste Format, die dann wirklich über mehrere Tage gehen und mehrmals im Jahr stattfinden. Wir haben die Encounter-Tage, die normalerweise an einem Tag stattfinden, über einen gesamten Tag, mit einer kleineren Gruppe oder, ja, also mit einer mittelgroßen Gruppe, sag ich mal, bis zu 20 Leute so ungefähr momentan.
Und dann gibt es die Encounter-Gruppen, das heißt, das sind kleine Grüppchen, die im Schnitt irgendwas zwischen 10 und 14 Leute sind und die sich regelmäßig treffen in dieser Kombination oder in Auszügen aus dieser Kombination und die über Jahre hinweg in ähnlicher Kombination auch zum Beispiel laufen können, die sich meistens an einem Abend oder so treffen.
[Felix Schmidt]
Und wie hängen die so grob zusammen, diese drei Formate?
[Carolin Gaiser]
Also, der Einstieg ist, glaube ich, von den meisten Leuten entweder über ein Workshop-Wochenende, dass ich von einem Freund oder Freundin dazu eingeladen werde, einfach mal mitzukommen und sich das Ganze anzuschauen. Ich glaube, das ist auf der einen Seite ein leichter Einstieg, um mal Leute kennenzulernen und das Format ein bisschen kennenzulernen und quasi die Luft zu schnuppern. Und dann ist der Encounter-Tag eine Möglichkeit, mit Leuten tiefer in Kontakt zu kommen und die entstandenen Kontakte wirklich auch auszubauen und Leute tiefer kennenzulernen.
Und mit Leuten, mit denen ich gut kann, kann ich dann zum Beispiel auch eine Encounter-Gruppe gründen und mich sehr verbindlich und offen über einen langen Zeitraum kommitten.
[Felix Schmidt]
Also quasi, die unterscheiden sich vor allem auch durch das Maß der Offenheit. Also Workshop-Wochenenden sind fast vollständig offen, da kann praktisch jeder vorbeikommen. Dann Encounter-Tage, da wird man schon selektiv eingeladen.
Und bei der Encounter-Gruppe, da muss man regelrecht irgendwie jemanden kennen oder aktiv das sozusagen herstellen. Und häufig ist es auch so, dass wenn Encounter-Gruppen laufen, zum Beispiel, dass alle Teilnehmer der Encounter-Gruppe auch zustimmen müssen, wenn jemand Neues reinkommt. Also es wird sozusagen immer privater und auch immer mehr Mitgestaltung aller Teilnehmer entsteht, wer sozusagen dann teilhaben kann.
Bei Workshop-Wochenenden ist es eher ein Serien-Angebot und bei Encounter-Gruppen ist es eher so ein Gruppenprozess.
[Carolin Gaiser]
Ja, man könnte sogar sagen, dass die Verbindlichkeit ansteigt. Also vom Workshop-Wochenende hin zu den Encounter-Gruppen, da wird es immer mehr Verbindlichkeit und die Offenheit abnimmt. Beim Workshop-Wochenende können sehr viele oder kann man sehr leicht einfach mal dazukommen.
Und bei einer Encounter-Gruppe geht es nach einer gewissen Zeit, als neues Mitglied aufgenommen zu werden. Das ist dann schon eine riesen Aktion. Also das ist eine ganz andere Größenordnung.
[Felix Schmidt]
Und es gibt ja verschiedene Workshop-Wochenenden-Serien, aber auch verschiedene Encounter-Tage und verschiedene Encounter-Gruppen. Also alles ist sozusagen mehrfach auch im V-Space-Kontext vorhanden, sodass man theoretisch, wenn man mit der einen Serie zum Beispiel nicht so gut klarkommt, kann man immer noch zu anderen gehen. Und gleichzeitig sind wir auch dabei, eigentlich auf allen Ebenen so Zellteilungsprozesse zum Laufen zu bringen.
Oder die laufen schon, sodass auch noch eine größere Vielfalt entsteht, sodass wirklich eine echte Wahlfreiheit aufgebaut wird. Dass man sich überlegen kann, mit wem möchte ich denn, mit was für Leuten möchte ich einen Workshop-Wochenende oder einen Encounter-Tag verbringen? Und was haben die für Werte und mit was für einer DNA oder mit was für einem Regelwerk kommen die sozusagen überhaupt mit ihrem Angebot daher?
[Carolin Gaiser]
Ja, ich glaube, dass diese Vielfalt der Räume sehr wichtig ist, weil sonst habe ich eine gewisse Abhängigkeit von einem Raum und auch von den Leuten, die in dem Raum sind. Und das macht es dann auch schwierig, wenn ich mich mit irgendjemandem nicht gut verstehe oder unterschiedliche Interessen einfach da sind. Also deswegen ist es, glaube ich, sehr wichtig, dass diese Räume nicht nur einmal entstehen und bestehen, sondern dass es viele verschiedene davon gibt, auch mit ihrer unterschiedlichen Ausprägung.
Das erste, das macht es wirklich gut, dass ich mich darin bewegen kann und auch sicher bewegen kann in so einem Kontext, in so einem Universum.
[Felix Schmidt]
Ja, genau. Und zum Beispiel, wenn man jetzt bei einem Workshop-Wochenende zwei Menschen da hat, die irgendwie gerade miteinander nicht so gut klarkommen, da kann man sich ja noch recht gut aus dem Weg gehen und dann besucht man verschiedene Workshops oder setzt sich nicht an den gleichen Tisch oder so. Da geht das noch.
Aber bei einer Encounter-Gruppe, wenn man sich mit jemandem irgendwie richtig in die Wolle kriegt, dann können da ganz schön Spannungen entstehen. Und wenn so eine Encounter-Gruppe durch ihre DNA zum Beispiel vorbereitet ist, auch in eine Teilung zu wachsen, dann können sich solche Spannungen ganz natürlich wieder entzerren, weil man einfach sieht, okay, rund um die beiden Personen zum Beispiel, die jetzt da miteinander in so einer Spannung sind, polarisiert sich die Gruppe immer stärker und es gibt vielleicht Zusatz-Sessions, wo mal der eine und mal der andere nicht dabei ist oder so. Und irgendwann stellt man fest, ja, da hat sich jetzt irgendwie eine neue Gruppe gebildet und die hat jetzt auch schon plötzlich eine neue DNA und die haben auch so ein bisschen angepasstes Programm.
Irgendwie fühlt sich das jetzt alles ein bisschen anders an. Und dieser Konflikt hat sich auf die Art irgendwie auf der Prozessebene lösen können. Und hat sich nicht innerhalb der Encounter-Gruppe zum Beispiel durch Schlichtungen, Moderation oder irgendwie sowas lösen müssen, weil manche Konflikte sind einfach gar nicht gut auf die Art zu lösen.
Und andersrum, wenn es eine ganz große Vielfalt von Encounter-Gruppen gibt, in denen ganz unterschiedliche Menschen eben sich miteinander organisieren, die auch ganz anders fühlen oder ganz anders in der Welt sind, die auch woanders wohnen oder andere Freiheiten oder Ressourcen haben oder so, dann ist das für alle eigentlich gut, weil man eben auch für seine Encounter-Gruppe stimmige, passende Menschen finden kann, die ähnlich ticken, sodass man miteinander eben wirklich in eine Synergie kommt und nicht mit die gesamte Reibung aushalten muss, die da so aufpoppen kann bei Encounter-Gruppen. Weil die ist dann doch erheblich bei unserem Individualismus, den jeder so mit sich einbringt.
[Carolin Gaiser]
Ja, ich würde gerne die Frage beantworten, warum wir genau die drei Formate haben und das würde mich auch von dir interessieren, das nochmal zu hören dann.
[Felix Schmidt]
Warum haben wir denn die drei Formate?
[Carolin Gaiser]
Also die Workshop-Wochenenden sind, glaube ich, ein sehr fluffiges Format mit ganz viel Leichtigkeit und spielerisch und ganz vielen unterschiedlichen Kontaktmöglichkeiten. Also auf einer körperlichen Ebene kann ich in Kontakt treten, zum Beispiel beim Playfight oder beim Tanzen oder beim Kuscheln oder beziehungsweise ich kann auch sprachlich beim Verschiedenen, bei den Lebensgeschichten oder beim Wordscafe oder bei anderen sprachlichen Formaten, Encounter-Gruppen miteinander in Kontakt treten. Also dass es verschiedene Annäherungen möglich sind und ich habe eine wahnsinnig breite Auswahl.
Also ich kann wirklich schauen, was für mich an dem Wochenende das ist, wie ich meine Tage gestalten möchte und mit wem ich wie in Kontakt gehen möchte. Also das ist einmal ein Format, was, glaube ich, so ein bisschen universell ist. Das passt irgendwie für jeden, weil jeder sich das so raussuchen kann, wie er es gerne möchte.
Die Encounter-Tage sind dann schon ein sehr viel spezialisierteres Format, wo ich wirklich vor allem, zumindest bis jetzt, sprachlich in Kontakt trete oder beziehungsweise nochmal tiefer in Themen reingehe und mich auch sehr zeige als Person mit meinen auch schwierigen Themen. Und da ist es, glaube ich, schon mal eine gewisse Überwindung und Bereitschaft, auch auf die Menschen zuzugehen, die da sind, dass ich da hingehe und mich öffnen mag. Und das ist immer noch relativ unverbindlich, weil es sind ja auch jedes Mal andere Leute dabei.
Also ich treffe zwar auch immer wieder Ähnliche oder einige werden auch bekannt sein auf Dauer und trotzdem gibt es auch einen Wechsel von Leuten, die dazukommen. Und die dann vielleicht auch wieder rausgehen und eigene Encounter-Gruppen gründen und eine eigene Encounter-Gruppe gründen oder in eine Encounter-Gruppe dazugehen. Das, glaube ich, passiert dann, wenn mir die Encounter-Tage in gewisser Weise zu unruhig werden oder zu wenig Verbindlichkeit sind oder auch zu selten, weil die sind ja auch nur einmal im Monat.
[Felix Schmidt]
Oder oft formuliert, dass sie einem so gut gefallen, dass man gerne mehr davon haben möchte und einfach mit Leuten das auch noch bei sich zu Hause in seinem Wohnzimmer arrangieren möchte. Es gibt ja nicht nur den, genau, also das erlebe ich eigentlich häufiger, dass Leute sagen, boah, da habe ich jetzt voll Bock drauf, jetzt, ich würde gerne meine eigene Gruppe auch haben, zusätzlich noch dazu.
[Carolin Gaiser]
Das stimmt, weil es auch eine ganz andere Qualität ist, ja. Also eine Encounter-Gruppe ist so ein bisschen Family-mäßig. Das ist wirklich eine starke und auch auf mittel- bis längerfristige Verbindung ausgelegte Gruppe, die am Anfang als Event startet und von einem oder zwei oder einer kleinen Gruppe von Leuten angeboten wird und immer mehr zu einer Gruppe wächst und irgendwann auch wirklich als Gruppe agiert.
Darauf werden wir später nochmal eingehen, vielleicht. Wie würdest du die drei Formate, warum haben wir genau die drei Formate, wie würdest du das beschreiben?
[Felix Schmidt]
Also, Herr Reinloh, ich bin immer sehr, sehr logisch unterwegs. Also die Workshop-Wochenenden, die sind vor allem eine Erstkontaktfläche, wo man neue Leute kennenlernen kann und überhaupt die Möglichkeit hat, so eine Gruppe aufzubauen. Also wenn man noch keine Gruppe hat, muss man sie aufbauen und deshalb braucht man eine Kontaktfläche nach außen.
So ist es bei uns auch gestartet. Wir hatten eine Encounter-Gruppe und haben gesagt, jetzt laden wir mal Freunde dazu ein und machen ein Workshop-Wochenende. Und da sind dann nach und nach überhaupt erst so viele Leute zusammengekommen, dass dann so ein bisschen was Community-mäßiges sich aufgeschaukelt hat.
Vorher hatten wir zwar diese Impro-Theater-Community, aber da war auch die Begegnungsebene nicht so intensiv und auch so forciert auf Verbindungsaufbau, dass das eigentlich eher sowas wie eine offene, große, lose Gruppe war. Und nur die Kerngruppe, die da miteinander Sommertrips und so gemacht hat und auch Encountered hat, war dann eine echte Gruppe. Genau, also offene Kontaktfläche machen die Workshop-Wochenenden und Encounter-Gruppen, machen halt dieses Commitment und die Vertiefung auf der Verbindungsebene.
Das heißt, man braucht dann schon ein sehr ruhiges Fahrwasser in der Teilnehmerkonstellation, um wirklich konsistent miteinander Vertrauen aufzubauen und die Verbindung nach und nach irgendwie herzustellen und auch stabil zu halten über einen großen Zeitraum und auch erwartbar zu halten und so. Und dafür kann man eben Offenheit gar nicht gebrauchen. Also wenn permanent jemand in meine Encounter-Gruppe reinschneit, den ich noch nicht kenne, dann fange ich jedes Mal irgendwo auch wieder bei Null an und muss dann erst mal wieder mit dem das Vertrauen aufbauen.
Also genau, Workshop-Wochenenden sind vor allem offen und sind eher prozessorientiert und erlebnisorientiert und Encounter-Gruppen sind eher geschlossen und auf Verbindung und auf Vertrauen, Verbindungsaufbau und Vertrauen ausgerichtet. Und die Encounter-Tage in der Mitte sind so ein Hybridformat, was beide Seiten in den Austausch bringt. Das heißt, das ist halb offen, das hat so eine Art semipermeable Membran.
Das heißt, da kann nicht jeder rein, aber da kommen noch relativ viele von den Workshop-Wochenenden haben da Zugang und von da aus kann man dann eben wunderbar seine eigene Encounter-Gruppe starten oder irgendwo Leute finden, die schon eine haben. Und das vermittelt sozusagen zwischen Offenheit und Geschlossenheit. Und die drei zusammen sind ganz schön stark, weil sie eben genau dieses Paradox aus Offenheit und Geschlossenheit, was beides in der Gemeinschaft vorhanden sein muss, damit es leben kann, verbindet.
Dadurch, dass man es einfach institutionalisiert in zwei oder jetzt in dem Fall drei verschiedenen Räumen. Der eine Raum ist offen genug, damit immer neue Leute dazukommen können und der andere Raum ist geschlossen genug, dass sich die Verbindung richtig vertiefen kann und das Vertrauen sich aufbauen kann. Und der Raum in der Mitte schafft es zwischen den beiden so gut zu vermitteln, dass immer wieder Leute von dem einen zum anderen Raum hin und her navigieren können.
Und so kann sich das Ganze aufschaukeln.
[Carolin Gaiser]
Und wie ist es, muss ich denn zu jedem dieser Events eingeladen werden oder wie ist mein Zugang zu diesen Events als Teilnehmer?
[Felix Schmidt]
Bei den Workshop-Wochenenden, das wird ja auch öffentlich einfach ausgeschrieben, da kann man einfach sich anmelden mit einem Formular. Bei den Encounter-Tagen braucht man schon eine persönliche Einladung. Da kann man zwar anklopfen und sagen, ich wäre gern eingeladen, aber das gibt keine Garantie, dass man dann eingeladen wird.
Da gibt es verschiedene Gründe, warum das nicht, vielleicht ist es je nachdem, wo die Gruppe gerade steht oder wie viele Plätze noch verfügbar sind oder so, kann das sein, dass man da auch nicht eingeladen wird. Und bei den Encounter-Gruppen, da ist man häufig sehr auf Eigeninitiative angewiesen. Das heißt, wenn man dann von Leuten hört, dass sie sowas machen, dann kann man sagen, da interessiere ich mich für und könnte ich da vielleicht mal ein Gast sein oder so.
Da braucht man schon ein bisschen Initiative, um reinzukommen. Manchmal wird natürlich auch gefragt, hättest du nicht Lust, mal bei unserer Encounter-Gruppe vorbeizuschauen? Das ist ja dann so eine Art Anfrage.
Aber auch da müssen dann erstmal noch ein bisschen die Gruppe selber mitreden, weil nur weil einer aus einer Encounter-Gruppe jemanden gern als Gast dabei haben möchte, heißt das noch nicht, dass das sozusagen kompatibel ist mit den Regeln der Gruppe. Vielleicht muss man da nochmal zwischenchecken. Vielleicht gibt es jemanden, der so eine Gästeorganisation macht, dass man dem das vorschlägt und der entscheidet das dann oder dass man nochmal die Gruppe fragt oder so.
Also Encounter-Gruppen, da ist der Einladeprozess individueller und sehr viel selektiver.
[Carolin Gaiser]
Also ist bei Encounter-Gruppen quasi, dass auch diese Halbgeschlossenheit, im Grunde sind sie geschlossen, aber sie laden ab und zu Gäste ein, auch mit dem Gedanken, dass diese Gäste in die Gruppe vielleicht reinwachsen können oder dazugehören später und dass eben auch die Events nicht zu klein werden. Also dass es eine größere Anzahl von Leuten gibt, die eingeladen ist bei den Events und die meisten sind wahrscheinlich schon feste Mitglieder, aber einzelne Gäste sind auch dabei bei einzelnen Sessions, oder? Das ist dieses Halbgeschlossene im Vergleich zu den Halbumgekehrten, oder?
Encounter-Gruppen sind halb… ich weiß es nicht.
[Felix Schmidt]
Die werden halbgeschlossen und die Encounter-Tage werden halboffen. Also tendenziell sind Encounter-Gruppen eher ein geschlossenes Gruppenformat und Encounter-Tage sind ein eher offenes Encounter-Format, aber eben semi-permeabel, würde ich sagen. Aber auch so eine ganz normale Encounter-Gruppe hat durchaus Interessen, hat verschiedene Interessen, sich Gäste, immer wieder mal Gäste einzuladen, nicht nur, weil das tolle Impulse gibt oder weil es den gesamten Gruppenprozess beleben kann, sondern auch, dass immer wieder mal Leute rausfallen aus den Encounter-Gruppen, weil die umziehen oder einen neuen Partner haben und alles mögliche.
Gruppen schrumpfen tendenziell und müssen sich immer so ein bisschen erneuern über längere Zeit. Und dann gibt es noch diese Spannungs- und Konfliktebene. Das heißt also, früher oder später kann man sicher sein, dass zwei Leute sich aus einer Encounter-Gruppe so gut in die Haare kriegen, dass es schwierig für die gesamte Gruppe wird, sich zu modulieren.
Das ist fast ein Naturgesetz und zwar deshalb, weil jeder einzelne Teilnehmer von so einer Encounter-Gruppe hat einen rasanten Persönlichkeitsentwicklungsprozess. Und die laufen teilweise total gegenläufig. Der eine braucht Freiheit, der andere braucht Commitment und schon hat man irgendwie ein Riesenproblem miteinander.
Und deshalb, wenn man sozusagen aus dem Überfluss an potenziellen Teilnehmern in einer Encounter-Gruppe auch auswählen könnte, wenn man Gäste hatte, die sagen würden, ja, ich würde ja gerne bei euch dabei sein, wenn ein Platz frei werden würde. Wenn man in den Luxus kommt, dann werden so auch ganz massive innere Probleme plötzlich balancierbar, weil man eben auch über Polarisation und Zellteilung solche Sachen modulieren kann. Und deshalb würde ich jeder Encounter-Gruppe eigentlich dazu raten, tendenziell eher über Gäste dazu zu neigen, zu groß zu werden als zu klein.
Weil wenn eine Encounter-Gruppe zu klein wird, dann kann die Gruppendynamik schnell absaufen. Das habe ich immer wieder erlebt. Dann plötzlich sind nur vier Teilnehmer da und zwei sind gerade müde und die zwei, die wach sind, die sind gar nicht so nah miteinander.
Und plötzlich hast du eine ganz merkwürdige Dynamik da. Und nur weil jetzt irgendwie sieben Leute zufällig abgesagt haben, weil der eine hat ja irgendwie das und der nächste das und der nächste ist im Urlaub und so. Also Encounter-Gruppen-Dynamik lebt sehr davon, dass es auch so eine Art statistische Glättung gibt, dass Gruppenprozesse, dass immer genug Teilnehmer mit genug Vielfalt und Energie und Impulsstärke da sind, damit der Prozess rund laufen kann.
Wenn es plötzlich an einzelnen Individuen hängt, dass so ein Prozess rund läuft, dann kippt es leicht.
[Carolin Gaiser]
Das braucht halt auch ein gutes Management. Da muss sich jemand drum kümmern in der Encounter-Gruppe.
[Felix Schmidt]
Idealerweise einfach die DNA. Wenn da alles drinsteht, was man braucht und man einfach das macht, was man vereinbart hat, dann läuft das halt rund, wie zum Beispiel diese 50-Prozent-Anwesenheitsregel. Die gibt nämlich genau diese minimale Gruppengröße eigentlich schon vor, dass man sagt, okay, jemand, der sozusagen so schwach committed ist, dass er nur 30, 40 Prozent kommt, der fällt automatisch raus und macht dann auch Platz für jemanden, der stabil dabei ist.
Und dann hat die Gruppe auch eine Chance auf eine Stabilität. Also so Commitment-Regeln, die haben schon eine ganz wichtige Funktion.
[Carolin Gaiser]
Kann aber wieder zum Gast werden, diese Person. Also diese Person kann trotzdem eingeladen werden wieder. Also es ist jetzt gar keine Möglichkeit mehr dabei zu bleiben in der Gruppe, aber halt nur noch, wenn er eingeladen ist, also in seltenen Fällen.
[Felix Schmidt]
Aber als Gast zum Beispiel hat man jetzt auch kein Mitgestaltungsrecht mehr. Das heißt, da können dann die anderen einfach die DNA ändern, auch gegen das Interesse von denen, der jetzt nur noch Gast ist zum Beispiel. Das heißt, da verliert man auch so ein bisschen Gestaltungsspielraum.
Und es ist auch nicht garantiert, dass man als Gast weiter eingeladen wird. Weil da reicht es, wenn irgendjemand sagt, eigentlich mag ich den gar nicht mehr jetzt in der Gruppe dabei haben. Und plötzlich kann es sein, dass man eben nicht mehr dabei ist.
Also da würde ich mal generell gerne was dazu sagen, wie ich da fühle. Also ich weiß, dass man sehr unterschiedlich fühlen kann und dass ich viele kenne, die da ganz anders fühlen als ich, wie man so Zugehörigkeit mit Gruppen gut organisieren kann und sollte. Und es gibt generell das Lager, die sehr stark auf so ein kollektives Zusammenhalt pochen und sagen, wir integrieren jeden und es ist wichtig, dass alle abgeholt werden und immer alle mitreden können und so.
Das ist so eine Tendenz. Und dann gibt es eine Tendenz, und da gehöre ich auch eher dazu, dass sich alle genug um den Prozess kümmern, dass der Prozess das Nötige für die Gruppe und die Beziehungsebene macht. Also mir ist es wichtig, dass zum Beispiel, wenn es in so einer Gruppe tatsächlich ganz, ganz starke Reibungen gibt, dass der Prozess vorbereitet ist auf sowas und das er auch entzerren kann.
Und dass nicht eine Forderung da ist, wir müssen das doch miteinander geregelt bekommen und wir müssen uns doch einigen können. Jetzt brauchen wir einen Mediator. Und wenn es drei Jahre dauert, dann quälen wir uns dadurch.
Weil in diesen drei Jahren Mediation kann es sein, dass die Gruppe komplett ihre Energie verliert und dass niemand das bekommt in der Zeit, was er eigentlich von der Gruppe haben möchte. Also ich bin so ein Advokat von einem gewissen Prozessrealismus, dass Prozesse einfach auch energetisch funktionieren müssen und dass sie nur begrenzt belastbar sind durch Konflikte oder durch andere Prozessirritationen. Und dagegen stehen teilweise so Idealismen, dass Leute sich sehr wünschen, dass wir uns doch alle lieb haben und das schon schaffen miteinander und so.
Und ich würde mir das häufig wünschen, aber manchmal stößt das auch an seine Grenzen.
[Carolin Gaiser]
Ja, und manchmal ist es natürlich aber auch ein Teil des Prozesses, also um als Gruppe zusammenzuwachsen. Also ich kann als Gruppe nicht jedem Konflikt aus dem Weg gehen und alles durch Teilung lösen. Aber genau, also die Gruppe muss zufrieden sein mit dem Prozess und ein Teil davon, also es darf nicht nur die Selbstverwaltung der Gruppe zum Thema werden und die Konfliktlösung innerhalb der Gruppe, sondern die Gruppe will ja auch gemeinsam encountern und damit für die Individuen auch eine Entwicklungsmöglichkeit bieten.
[Felix Schmidt]
Ja, und auf der anderen Seite, bei den Workshop-Wochenenden, da hat man eine ganz andere Dynamik, weil da hat man eben häufig so ein Anbieterteam, die klotzen ganz schön rein und machen eine tolle Prozessstruktur für die gesamte Gruppe. Und die können dann teilweise von den Teilnehmern schon ganz schön unter Druck geraten, weil Teilnehmer dann plötzlich Bedürfnisse äußern, was sie gerne anders hätten oder dass sie sich ungerecht behandelt fühlen oder so. Und da ist es dann teilweise ganz wichtig, auch darauf zu schauen, dass die Interessen der Anbieter also zum Beispiel ausreichend berücksichtigt werden oder dass die genug Raum bekommen.
Weil wenn man zum Beispiel jetzt irgendwie mit mehreren Tausend Euro in Vorleistung geht und so eine Hütte mietet und dann vielleicht auch noch Unfallrisiken auf seine Kappe nimmt und dann jemand vorbeispaziert als Teilnehmer und sagt, aber ich hätte gern alles anders gehabt, da muss man einfach gucken, was ist überhaupt realistisch möglich. Das heißt also bei so offenen Serienevents, auch gerade große, komplexe Serienevents, da gibt es so eine Tendenz, dass man eben die Interessen der Anbieter ganz, ganz stark berücksichtigen muss und die Teilnehmer eher in so eine Rolle kommen, annehmen zu können oder einfach das Ganze ablehnen zu müssen und vielleicht noch Feedback geben zu können, weil das einfach in der Natur der Sache liegt, dass wenn jemand so viel Verantwortung und Initiative übernehmen muss, damit so etwas überhaupt stattfinden kann, dann ist es auch wichtig, dass die, die das machen, den Gestaltungsspielraum bekommen, den es erfordert. Das ist bei einer Encounter-Gruppe ganz anders. Da ist der Aufwand und die Verantwortung sehr gleich in der Gruppe verteilt und nicht so stark fokussiert auf wenige Anbieter.
[Carolin Gaiser]
Da ist noch eine spannende Frage, finde ich. Das schließt da eigentlich an. Eine Encounter-Gruppe ist am Anfang ein Event, wenn sie gegründet wird, da sie von eins bis drei Leuten initiiert wird und irgendwann wird sie zur Gruppe.
Kannst du das nochmal erzählen?
[Felix Schmidt]
Natürlich gibt es da ganz viele verschiedene Varianten, wie so eine Encounter-Gruppe entstehen kann, aber was wir gemerkt haben, ist, dass die besten Chancen, dass so eine Encounter-Gruppe wirklich abhebt, ist, dass wenn am Anfang so ein, zwei, drei Leute viel Verantwortung übernehmen, sich eine DNA überlegen, also sozusagen die Spielregeln schon wirklich vor Augen haben, konkret irgendwas sich rausgesucht haben, was in der Vergangenheit funktioniert hat und das Freunden anbietet, mit denen sie das gerne leben würden.
Und wenn die dann zusagen und dem Anbieter auch so einen gewissen Gestaltungsspielraum erstmal einräumen, auch die DNA anzupassen, damit das alles läuft, dann läuft sozusagen so eine Art Encounter-Serien-Event an, wo die Anbieter ein relativ starkes Mandat von den ganzen Teilnehmern bekommen, den Prozess erstmal zumindest temporär gestalten zu dürfen. Aber die Anbieter geben den Teilnehmern auch das Versprechen, dass sie so bald wie möglich quasi den Gestaltungseinfluss der Gesamtgruppe zurückgeben. Und dann gibt es dann irgendwann so einen Moment, wo die Anbieter sagen, so, ab nächster Session zum Beispiel machen wir eine Spezial-Session und dann bekommen wir jetzt alle sozusagen ein Vetorecht, das sieht die DNA vor und ich ziehe mich als Anbieter zurück und ab da gestalten wir DNA alle auf Augenhöhe und alle müssen ab da Änderungen gemeinsam zustimmen und damit ist sozusagen meine Gestaltungsmacht und auch meine Anbietereigenschaft erlischt dann und dann wird es zu einer Gruppe, also dann wird es vor allem Serienevent zu einer Gruppe und dieser Prozess kann auch schleichend passieren, das ist teilweise auch ein bisschen stabiler, dass sozusagen erstmal ein kleines Anbieterteam existiert, was zunehmend immer mehr Teilnehmer in dieses Kernteam mit aufnimmt, bis es ein richtig großes Kernteam gibt und dann werden einfach irgendwann alle restlichen Teilnehmer auch Teil des Kernteams und dann wird es eine Gruppe. Aber dieser schleichende Übergang hat den Vorteil, dass man eben das Commitment sukzessive aufbaut, aber auch die Verantwortungsübernahme, zum Beispiel wer hostet, wer kocht, wer moderiert oder sowas, das sind Dinge, die gehen häufig Hand in Hand mit dem ansteigenden Commitment und der ansteigenden Identifikation und solange man noch einfach nur Teilnehmer ist, der jederzeit auch ausgeladen werden kann, ist es auch schwierig, wirklich sich zu committen und Identifikation zu tanken und dann auch Verantwortung zu übernehmen. Das heißt, es bedingt sich alles so ein bisschen. Insofern ist ein schleichender Gruppengründungsprozess häufig eigentlich die sicherste Variante zu einem stabilen Encountergruppenprozess, ist aber natürlich auch sehr vielstufig und braucht auch ein bisschen Raffinesse und vielleicht auch Erfahrungen von zumindest einigen wenigen innerhalb der Gruppe.
Oder wie würdest du sagen?
[Carolin Gaiser]
Wie baut sich so eine Encountergruppe auf am Anfang?
[Felix Schmidt]
Also ich würde sagen, eigentlich immer mindestens zwischen zwei Menschen. Einer hat den großen Wunsch oder eine sowas zu gründen, fragt jemand, mit dem er sehr schon stark im Vertrauen ist und mit dem sich das eben vorstellen kann und die beiden beraten dann miteinander, wen sie noch kennen, wen sie dazu einladen könnten und dann wird eine erste Test-Session gemacht, am besten schon mit einer fertigen DNA, die man irgendwo aus der Vergangenheit rauszieht und sagt, das sieht irgendwie plausibel aus, lass uns mal damit starten und wir passen das dann im Laufe der Zeit an. Ich würde sagen, so startet sowas gut. Aber auch das Angebot, das die Anbieter dann machen, wäre, lass uns zu so einer Encounter-Session treffen, rund um die DNA und wir würden jetzt innerhalb von ein paar Sessions so eine Encountergruppe aufbauen.
Zum Beispiel könnte man sagen, wir visieren mal sechs Treffen an, alle zwei Wochen ein Treffen bei mir zu Hause oder sowas oder rotierend und dann würden wir die Gruppe sozusagen gründen, wenn wir dann genug Teilnehmer haben oder auch genug Energie getankt haben bis dahin und so könnte so ein Szenario aussehen.
[Carolin Gaiser]
Aber ist dann jeder Eingeladene auch automatisch in der Gruppe oder wird das dann nochmal entschieden?
[Felix Schmidt]
Ja, also da ist es zum Beispiel total hilfreich, wenn man Sessions, für Session einfach einen eigenen Telegram-Kanal oder WhatsApp-Kanal oder sowas macht und dann da individuell zu einlädt, sodass eben nicht die Situation entsteht, dass jemand, der einmal eingeladen worden ist, automatisch zu allen weiteren Folge-Sessions eingeladen wird, weil was da auch wie das Abend in der Kirche passiert ist, dass man jemanden einlädt und dann gleich feststellt, oh, da verhaken sich ja zwei Leute ganz übel, das ist nicht kompatibel und wenn dann beide sozusagen schon fest drin sind, dann hatte man keine einzige Möglichkeit, so Passungen miteinander zu evaluieren und das geht eigentlich nur, wenn man sozusagen, wenn zumindest zu Beginn jemand so ein bisschen diesen Gruppen Bildungsprozess auch noch mit begleitet und auch den Einfluss hat, selektiv einzuladen, weil pauschal einzuladen ist fast ein totsicheres Rezept, dass eine Gruppe sich einfach nicht in eine Passung entwickelt, sondern dass sich mindestens zwei bis drei Leute gleich zu Beginn an übel verhaken, emotional.
[Carolin Gaiser]
Also das ist dann die Aufgabe der Gründer auch, diese konsistente Gruppe zusammenzustellen.
[Felix Schmidt]
Oder des wachsenden Gründerteams, ja.
[Carolin Gaiser]
Also eine nach und nach Identifizierung von verschiedenen Leuten in die Gruppe hinein?
[Felix Schmidt]
Genau, also ein sukzessives Aufbauen des Gründerteams nach so Passungskriterien und nach Sympathie und Vertrauenskriterien, das Aufbauen der Gesamtgruppe und nach und nach das Reinholen von immer mehr Teilnehmern, bis dann die gesamte Gruppe auf Augenhöhe eine DNA weiter differenziert. Und das kann auch gerne ein Jahr dauern, das ist überhaupt kein Problem, wenn man jetzt zum Beispiel das Jahr 52 Wochen, wenn man sich alle zwei Wochen teilt und dann 26 Mal sich getroffen hat, das ist wirklich eine realistische Anzahl von Treffen, bis so eine richtig langjährig laufende Gruppe sich erst gebildet hat. Also das kann auch schneller laufen, je nach Bedingung.
[Carolin Gaiser]
Man kann sich sowas zack über Nacht gründen, aber häufig ist das nicht der Fall und dann muss das erst so sukzessive entstehen.
[Felix Schmidt]
Und wie sieht es bei den Encounter-Tagen aus? Da ist ja die Identifikation lockerer bzw. die Gruppe unterschiedlich zusammengesetzt.
Dann behält das Gründungsteam quasi auf Dauer auch die Einlade, das Einlademanagement, oder?
[Carolin Gaiser]
Ja. Erzähl mal, wie läuft das denn mit Encounter-Tagen? Oder was ist da der Unterschied zu einer Encounter-Gruppe?
[Felix Schmidt]
Also bei den Encounter-Tagen habe ich im Grunde ein Gründerteam oder ein Initiativteam, was diese Tage organisiert und plant und auch überlegt, wen sie einladen möchte zu verschiedenen Sessions. Also da gilt auch wieder die Regel, dass zu jeder Session extra eingeladen wird. Also es ist nicht für alle automatisch, die schon mal da waren, der Anspruch wiederzukommen.
Es gibt aber auch die Ebene von Personen, die im Inner Circle mit drin sind, die also wirklich auch jedes Mal eingeladen werden und die auch mit diese Encounter-Tage gestalten und organisieren mit dem Gründerteam zusammen. Und die dann auch wirklich Verantwortung übernehmen, wenn es mal brennt in irgendeiner Ecke, dass zum Beispiel keiner kocht an dem Tag oder so. Dann ist es wahrscheinlich oder hoffentlich jemand aus dem Inner Circle, der sagt, ja gut, dann mache ich das halt.
Genauso ist es mit der Moderation. Die wird sich auch erstmal im Inner Circle verteilen. Das sind die Leute, die schon länger dabei sind, die schon Erfahrung haben, die sehr miteinander verbunden sind.
Und die dann eben sich auch die Moderation aufteilen miteinander. Und es gibt aber immer noch so ein bisschen das Angebotscharakter von denen, die den Encounter-Tag gestartet haben, also von dem Initiativteam, vor allem auch in Richtung Einlademanagement. Und das hast du ja vorher auch schon gesagt, so eine Gruppe hat unterschiedliche Phasen und auch unterschiedliche Bedürfnisse.
Also nach einem Workshop-Wochenende ist wahrscheinlich die Quote von neun Leuten relativ hoch, die eingeladen werden zum Encounter-Tag. Einfach auch, um Leute, die spannend sind, gleich mal mit auf einem nächsten Event wiedersehen zu können und vielleicht auch gleich zu integrieren in Gruppen und näher kennenzulernen. Und dann habe ich die Phase, wo ein Encounter-Tag zahlenmäßig einfach sehr anwächst, wahrscheinlich je nach Räumlichkeiten in Richtung 20 Leute, einfach weil das pragmatisch ist, weil ich zwei Räume in einem Wohnung wahrscheinlich höchstens freimachen kann, damit ich zwei Gruppen in diesen zwei Räumen getrennt haben kann.
Und eine Gruppe mit zehn Leuten schon ziemlich voll ist, so acht bis maximal zwölf, würde ich sagen. Es ist wirklich eine Obergrenze an Einzelteilgruppen, sodass auch noch wenigstens eine gewisse Anzahl der Leute dann auch an dem Tag zum Teilen kommt.
[Carolin Gaiser]
Ja, und was passiert, wenn so eine Encounter-Tag-Gruppe sozusagen einfach zu groß wird? Wie reguliert sich die, wenn es einfach irgendwann jedes Mal 20 Leute auf der Matte sind jeden Monat? Welche Optionen hat man da?
[Felix Schmidt]
Das ist der Best Case eigentlich, weil dann kann sich die Encounter-Gruppe verdoppeln. Also der Termin kann sich verdoppeln, es entsteht ein neues Initiativeteam und es gibt zwei Angebote statt einem. Und beide werden dann erstmal ein bisschen sich die Teilnehmer aufteilen, je nach Vorlieben, entweder personell oder räumlich oder wie auch immer.
Und dann werden wieder beide Encounter-Gruppen anwachsen können. Also das ist eigentlich sogar das Ziel eines Encounter-Tages. Encounter-Tage sind darauf angelegt, dass sie in die Teilung wachsen, um genau diese Funktion zu erfüllen, nämlich dass sie integrieren und neue Gruppen gebären, sozusagen.
[Carolin Gaiser]
Und bei dieser Teilung, bei dieser Zellteilung ist eigentlich so der kniffligste Teil, ein neues Gründerteam aufzubauen, was nicht nur Lust hat, eine komplette neue Encounter-Tag-Serie miteinander irgendwie anzubieten und zu verantworten und zu organisieren, sondern auch das komplette Skillset, was man dazu braucht, aufzubauen und miteinander so arbeitsteilig irgendwie abzustimmen. Das ist für das, sagen wir, ursprüngliche Gründerteam eine ganz schöne Herausforderung, während der Wachstumsphase diese Voraussetzungen herzustellen. Also natürlich erstmal muss man Leute begeistern, dass sie total Lust drauf haben und auch Lust auf mehr haben und auch Lust auf eigene Gestaltung haben, also den Prozess zu den eigenen Vorlieben anzupassen.
Was auch immer, wie das sein mag, sei man, dass man spiritueller das Ganze aufziehen möchte oder körperlicher oder vielleicht sportlicher oder wie auch immer an einem anderen Ort. Aber auch zum Beispiel, dass genug Moderationserfahrung gesammelt wird durch rotierende Moderation, damit dann in dem neuen Gründerteam auch genug Leute da sind, die auch zum Beispiel die Gesamtgruppe gut moderieren können und auch diese Gruppenteilungssachen gut moderieren können. Also das ist auch sehr auf Entwicklung ausgerichtet, das Ganze.
Gleichzeitig muss man noch genug Locations finden und genug Beitragsenergie auftun und die Leute müssen dann aus ihrem eigenen Netzwerk auch neue Teilnehmer finden, die Lust haben, auf diese neue Encounter-Tag-Serie dann zu kommen. Und das sind sehr viele Events. Also da sind wir jetzt gerade erst durch die erste Zellteilung einmal durch, haben jetzt sozusagen nicht nur die Splash-Encounter-Tage, sondern auch die Revolution-Encounter-Tage und die einen finden in Gehrensried und die anderen in München statt.
Und das funktioniert stabil, aber dass sich das jetzt einfach so plopp gleich wieder in die nächste Generation teilt, da merke ich, da ist schon noch ein erheblicher Entwicklungsdistanz zu nehmen. Aber daraufhin sind sie auch ausgerichtet. Also Encounter-Tage sind eben explizit, wie du gesagt hast, schon auf Teilung und Integration ausgerichtet.
Vor allem, dass Leute, die man zum ersten Mal bei Workshop-Wochenenden erlebt hat, dass die das auch ein ehrliches Angebot bekommen, das in ihren Alltag zu bringen. Weil zu sagen, ja, gründe einfach eine Encounter-Gruppe, ist ein bisschen viel verlangt. Wenn man aber regelmäßig bei einem Encounter-Tag dabei war, ist es fast garantiert, dass, wenn man das Bedürfnis hat, eine eigene Encounter-Gruppe zu haben, dass man Leute findet, mit denen man das machen kann.
Also das ist eine wirklich wichtige Unterstützung.
[Felix Schmidt]
Aber ich finde es auch sehr schön, wenn eben eine Gruppe so diesen Inner Circle aufbaut. Also das ist ein total lohnender und belohnender Prozess, finde ich, wenn wirklich Leute Lust haben auf das Ganze und anfangen, ihren Stil zu entwickeln und ihre Kräfte mit reinzubringen und Verantwortung zu übernehmen und Initiative zu zeigen. Und ich finde das eigentlich sehr schön, weil man einerseits sieht, wie die Menschen sich entwickeln und wie sie sich einfach Dinge zutrauen, die sie vorher nicht gemacht hätten.
Und zum anderen, wie gut es der Gruppe tut, auch aus mehreren Perspektiven gelenkt zu werden und auch von verschiedenen Richtungen Impulse zu bekommen. Und spannend finde ich es dann auch, wie jetzt zum Beispiel Feedback zur Moderation und so weiter. Also wie wird die Moderation gecoacht?
Weil prinzipiell ist ja auch jeder sehr unterschiedlich in der Moderation und trotzdem gibt es auch so ein paar Standards, die uns wichtig sind und auch in dem Manifest stehen. Also quasi wie, welche Formate sind, also das heißt nicht, dass sich jetzt jeder Anbieter eines Encounter-Tages daran halten muss, aber es ist auf jeden Fall erstmal eine sehr gute Blaupause, mit der man starten kann. Und auch etwas, was eben weitergegeben werden kann, was erprobte Formate sind, die relativ einfach zu reproduzieren sind und denen breite, ja, trotzdem breite Freiheit lassen, wie zum Beispiel das Lebensgeschichte-Format.
Das ist eigentlich so allgemein. Erzähle etwas aus deinem Leben, was dir wichtig ist oder wo wir dich mehr kennenlernen. Das ist einerseits so allgemein und kann dann aber auch in einzelnen Kontexten super spezifisch werden.
Also wenn es jetzt zum Beispiel um Beziehungen geht oder bei anderen geht es dann vielleicht eher um, was jetzt gerade in den letzten Tagen passiert ist oder so. Also das bekommt auch je nach Session so eine eigene Dynamik an Themen oder Kindheit. Wenn einer anfängt mit einem lustigen Kindheitserlebnis, dann kommen fünf andere, denen auch was einfällt.
Also das hat so eine Breite, wo wirklich ganz verschiedene Sachen passieren können und doch ist das Format eigentlich so allgemein und gut anwendbar und auch einfach anzumoderieren mit wenigen Regeln.
[Carolin Gaiser]
Und was mir dann noch aufgefallen ist, ist, dass speziell bei WeSpace gibt es so eine Magie an dem Punkt, wenn mehrere Teilnehmer, die jetzt schon ganz, ganz viel Vertrauen miteinander aufgebaut haben und die ganz viele freie Ressourcen und Initiative haben, um sich zu verwirklichen, dass die anfangen, ein Serienevent miteinander zu starten und sich gegenseitig zu unterstützen, so ein Serienevent auch dauernd zu halten. Eigentlich ist da einer der Berührungspunkte, wo individuelle Interessen und Möglichkeiten mit kollektiven Interessen und Möglichkeiten zusammentreffen, weil häufig ist es so, dass Serienevents von einzelnen Personen ganz, ganz schwer zu, vielleicht gerade noch zu starten sind, aber fast unmöglich zu halten sind. Man braucht meistens mehrere Leute, um so ein soziales Serienevent stabil zu halten, weil da einfach, man kann krank werden.
Da sind so viele Aspekte, die da hinführen und genau, dass eben eine Gruppe sich findet, die sich, die sich, die einen Konsens findet, so ein Serienevent anzubieten, an der Stelle entsteht eigentlich WeSpace.
[Felix Schmidt]
Ja, und da kommt ja auch die Co-Creation-Idee mit rein. Also, ich habe als Team gleich viel mehr Identifikation und viel mehr Lust auch oder ich kriege von außen die Impulse, wenn jemand nachfragt, hast du jetzt schon die Einladungen verschickt oder wo ist denn unser nächstes Google Doc oder wie machen wir das mit dem Essen? Also, wenn da Impulse kommen von anderen, dann läuft der Prozess auch viel runder.
Also, das ist einfach eine selbst erfüllende Prophezeiung so ein bisschen. Wenn einer behauptet, das passiert und selber nicht dran glaubt, ist es wesentlich unwahrscheinlicher, dass es passiert, als wenn drei Leute sich gegenseitig bestätigen und das miteinander wuppen. Also, da passiert auch wirklich was, finde ich, in diesem, ja, gemeinsam etwas gestalten und es macht auch sehr viel Spaß, finde ich.
[Carolin Gaiser]
Und in diesem ganzen Leute tun sich zusammen, um ein Serienevent zu starten, da gibt es noch andere Aspekte, die da mit reinspielen, die ich total wichtig finde, nämlich, dass es macht total Sinn, wenn die drei miteinander genau wissen, was sie selber davon haben wollen, was sie persönlich, also was ihnen das bringt. Und gleichzeitig ist es wichtig, dass sie das Serienevent in Form bringen, wenn es ein soziales Serienevent sein soll, dass sie sich überlegen, was braucht es für einen Gruppenprozess, damit alle davon profitieren, damit ich das kriegen kann, was ich haben möchte. Und das macht wieder die DNA.
Das heißt, wenn sich zum Beispiel drei Leute zusammenschließen und sagen, wir wollen ein Serienevent auf der Basis dieser DNA zum Fliegen bringen, weil wir wollen, dass die Leute unglaublich stark ins Erleben kommen und in die Persönlichkeitsentwicklung und in die Verbindung, weil wir davon eben genährt werden, als Teil einer Family diese ganze tolle soziale Dynamik mitzutragen, aber auch getragen zu werden. Das könnte so ein klassisches Motiv werden und das braucht natürlich freie Ressourcen und Identifikation und Verantwortungsübernahme und so weiter. Das muss sich dann erstmal irgendwo bündeln und gleichzeitig ist es auch so ein Entschluss, dass man glaubt, man möchte das, häufig noch gar nicht ausreicht, sondern das muss sich dann auch im Prozess irgendwie bewähren, dass man sieht, ich habe nicht nur zu einem Begründungszeitpunkt gewollt, als Teil eines Gründerteams ein Serienevent zu halten, sondern ich habe mich auch erlebt, in der Anfangsphase, dass ich das tatsächlich gemacht habe, vielleicht nicht genauso, wie ich es mir vorgestellt habe, sondern irgendwo habe ich dann meine Rolle gefunden und angepackt und das ein Stück weit mitgetragen und das kann auch schief gehen. Das heißt auch, dass sich zu trauen, das auszuprobieren, ist häufig auch ein wichtiger Teil des Spiels und auch sich auf Scheitern einstellen, schon vorher einzustellen, weil das kann, da gibt es so viele Variablen, das kann missglücken und das ist auch gar nicht so schlimm, wenn es mal missglückt.
[Felix Schmidt]
Ich finde, das ist sogar auch eher ein Prozess. Also ich finde ja auch meine Rolle und ich darf meine Rolle auch wechseln. Das hat mir immer besonders viel Spaß gemacht und ich glaube, eigentlich macht das fast jeder, den ich so beobachte auf Dauer.
Ich mache was und habe Spaß, das zu entwickeln, zum Beispiel sagen wir Essensorganisation und irgendwann wird es aber auch anstrengend und wiederholend und langweilig und das heißt nicht, dass ich jetzt auf Dauer die Essensorganisation mache, sondern ich darf dann auch in andere Sachen reinwachsen. Also es ist ja auch immer eine Herausforderung für mich als Initiator, wo ich auch wachsen möchte und wo ich auch Spaß haben will und deswegen ist es natürlich auch immer ein, ich traue mich mal die Sachen, die ich noch nicht so gemacht habe oder wo ich noch nicht so sicher bin, die auszuprobieren. Also das ist ja auch immer ein Teil, finde ich, des Charmes bei unseren Tribe Starter und vSpace Sachen, dass eben dieses selbstgemachte, selbstverantwortliche und freie Gestalten, was nicht perfekt sein muss zu jedem Zeitpunkt, dass das auch möglich ist.
Und gerade deswegen sind aber auch im Rückkehrschluss auch wieder die Manifeste so wichtig bzw. die DNA so wichtig, weil ich dadurch eine gewisse Sicherheit habe und auch eine Art der Reproduktion, die es mir viel leichter macht. Also ich kann Wissen auch in gewisser Weise weitergeben und muss nicht immer alles wieder neu erfinden, nur weil ich jetzt in eine neue Rolle gehe.
Also wenn ich das mit dem Essen gemacht habe, dann ist das ein Teil der DNA und kann auch da drin verankert werden, was jetzt zum Beispiel da passieren kann und bzw. ist eigentlich kein gutes Beispiel für eine DNA, gell? Aber es wäre eher eine Prozessbeschreibung.
DNA hat ja noch mal mehr dieses allgemeine Regeln quasi. Und beim Essen wäre es jetzt wahrscheinlich weniger eine Regel als eine Prozessbeschreibung, wie es bisher passiert ist. Also das kann ich auch jederzeit wieder ändern.
[Carolin Gaiser]
Da gehst du ineinander über. Also zum Beispiel jetzt die Tribestarter-Google-Docs, da sind unten die kompletten Rezepte zum Beispiel und auch die Kochanweisungen immer gleich unten mit drangehängt und zwar vor allem aus Transparenzgründen, weil wenn jemand das ganze System oder das ganze Konzept kopieren möchte, dann hat er nicht nur schon fertige Rezepte, sondern hat einen ganz tiefen Einblick in wie sorgfältig und klar wir im Vorfeld sozusagen diesen ganzen Einkaufsorganisationen und Rezepte und Kochprozess vorher inklusive Abgabe als Verantwortungsgeschehen, als Verantwortungsabgabe in die Gruppe vordenken und das auch in der DNA fest fixieren.
Da haben wir ja Rollen, wo Leute sagen, ich übernehme die Kochhauptverantwortung und dann haben wir Leute, die anmoderieren, wer spült ab, wer kocht und so. Das ist ja alles da drin irgendwo beschrieben. Und für mich gehört das alles mit zur DNA.
[Felix Schmidt]
Jetzt sind wir schon wieder einen Schritt weiter und zwar sind wir schon bei den Workshop-Wochenenden jetzt gelandet. Ich finde, da können wir eigentlich auch nochmal genauer drauf eingehen.
[Carolin Gaiser]
Dazu hätte ich gleich mal eine Frage an dich und zwar, wie sind du, Laura und ich als Initiativteam von dieser Tribe Starter Workshop-Wochenendenserie, wie würdest du sagen, sind wir arbeitsteilig und wie managen wir diese verschiedenen Rollen, die wir da einnehmen und wie, also irgendwie funktioniert das Rechtreibungsrahmen. Wie machen wir das?
[Felix Schmidt]
Es gibt so Vorlieben von jedem, beziehungsweise du bist einfach digital sehr stark. Also du machst die digitale Vorabkommunikation meistens schon, bevor irgendjemand auf die Idee kommt, dass das jetzt notwendig wäre und dran wäre. Da bist du einfach schon immer perfekt vorbereitet.
Laura hat viel mit Infrastruktur zu tun. Du meinst aber eher nicht, wie wir es teilen, sondern wie wir es schaffen, dass wir es uns teilen.
[Carolin Gaiser]
Ja, beides. Also Laura zum Beispiel zieht Hütten aus dem Netz, bucht die und macht die Essensorganisation und macht Einkaufsorganisationen und sucht Leute, die das dann auch transportieren und so. Also die hat da so einen Aufgabenbereich.
Du machst Finanzen im Nachhinein, aber machst auch vor Ort so Feuerwehr und springst in alle Lücken rein, die entstehen und managt Leute. Genau, ich mache Google Docs und digitale Kommunikation im Vorfeld, aber auch so Prozesskonzeptionen auch umsetzen, das in das Google Doc reinschreiben und anpassen, das mache ich relativ stark. Und was ich so spannend finde, ist, dass wir uns da komplett vertrauen und ganz selten mal überhaupt nur eine Korrektur stattfindet.
Das heißt, wenn du die Finanzen auf die und die Art machst oder Laura die und die Rezepte machst, niemand opponiert da und sagt irgendwie, nee, das hätte ich gern anders, sondern wir haben da miteinander dieses Jahr Initiative gestaltet, die Grundhaltung und ein Grundvertrauen, dass das schon passt. Und gleichzeitig haben wir alle so auf dem Schirm, dass wenn irgendwo Lücken entstehen, dass man die Bereitschaft hat, reinzuspringen, dass es aber vielleicht jemanden gibt, der da geeigneter ist und der springt da meistens schon vorher rein. Also irgendwo ist da ganz viel Vertrauen als Basis irgendwie am Start.
Ich kann mich nicht erinnern, dass du und Laura und ich uns mal zusammengesetzt haben und diese Aufgabenteilung besprochen hätten. Die ist organisch einfach so entstanden. Irgendjemand hat losgelegt und dann hat man gesehen, ja, irgendwie verteilt sich das schon.
Und ähnlich wie man bei einem Encounter-Kreis drauf guckt, dass alle genug Aufmerksamkeit kriegen und jeder genug Redezeit, war bei uns im Initiativteam so, dass wir geguckt haben, dass sich der Aufwand so ein bisschen verteilt. Dass sich jeder irgendwo substanziell einbringt und das ging ganz von selbst irgendwie.
[Felix Schmidt]
Und dann gibt es halt noch die Vor-Ort-Ebene, finde ich. Also vor Ort ist es auch nochmal, also Moderation, sehr viel Rahmenmoderation. Gerade jetzt bei jüngeren Gruppen wird das wichtiger, dass dann auch eine gute und durchdachte und sichere Rahmenmoderation stattfindet, die eben funktioniert, dass ich aus den Einzelindividuen auch über einen gewissen Zeitraum eine schöne Gruppe, eine fluffige Gruppe bekomme.
Also das ist nochmal ein großes Aufgabenfeld, dass schon wir uns auch alle drei gemeinsam teilen, finde ich. Oder auch mit Leuten nochmal aus einem Initiativteam von den Encounter-Tagen. Also wir versuchen schon wirklich auch wieder da an die Leute, die quasi selbst schon stark in die Initiative gehen, auch nochmal Teile dieser Verantwortung abzugeben und weiterzugeben.
Auch mit dem Gedanken, dass die halt sich ausprobieren und auch zum einen uns natürlich entlasten, aber zum anderen auch wirklich ihre Chance kriegen, da für sich zu gestalten und vielleicht das auch selber machen zu können in Zukunft.
[Carolin Gaiser]
Und Sichtbarkeit herzustellen, auch Repräsentation der Gruppe, also die Gruppe auch ein Stück weit anzuleiten zu führen oder ihr Rahmen zu geben, besser gesagt. Und auch erst, wenn man das ein paar Mal gemacht hat und auch das Vertrauen der Gruppe gespürt hat, dass die Gruppe sich einem anvertraut, kommt man eigentlich erst so in den Bereich rein, wo man sich selber vorstellen kann, sowas auch initial anzubieten. Das heißt, es macht wirklich Sinn, ein paar Mal auch Rahmenmoderationen und so Starterblock und Abschlussblock-Moderationsblöcke zu übernehmen, bevor man selber eine Workshop-Wochenendenserie ankicken möchte, weil zu spüren, dass einem so eine Gruppe folgt und dass man das hinkriegt, sozusagen der Gesamtgruppe so Impulse zu geben, die auch allen guttun, das ist so ein bisschen auch so eine emotionale Voraussetzung, um in die organisatorische Vorleistung zu gehen.
[Felix Schmidt]
Und da lohnt es sich natürlich auch vor Ort, so einen Blick auf alles zu haben. Das hat schon einen sehr umfassenden Charakter, angefangen von Zeiten, also möglichen Zeitverschiebungen oder Nicht-Verschiebungen über Essensorganisationen, irgendwas fehlt für ein Rezept oder wurde nicht geliefert oder zu viel oder zu wenig geliefert, also da gibt es ganz viele verschiedene Ebenen und da ist eigentlich immer etwas, was ich ganz gerne mache, vor Ort zu improvisieren und irgendwie Dinge hinkriegen und ich glaube, wenn man selber Lust hat, da zunehmend auch selber Workshop-Wochenenden anzubieten, ist das auch eine sehr gute Rolle, reinzuspringen und zu sagen, ich übernehme für dieses Wochenende einfach mal Prozessverantwortung an dem Wochenende, sozusagen. Das ist normalerweise bei der Hauptorga und manche Sachen sind bestimmt auch von der Hauptorga nur zu entscheiden, weil die einfach alle Informationen hat. Aber jetzt bezogen auf die Küche zum Beispiel ist das auch vor Ort immer ein großer Verantwortungsbereich, die Küche sozusagen und die Vorräte und die Menschen, die sich in der Küche befinden, auf eine schöne und sinnvolle Art zu koordinieren.
[Carolin Gaiser]
Jetzt stell dir mal vor, jemand war jetzt schon öfter mal bei Workshop-Wochenenden dabei und hat viel Verantwortung schon übernommen, hat ganz viele Fertigkeiten jetzt schon aufgebaut und Erfahrung getankt. Welche Haltung würdest du so jemanden vorschlagen, was Verantwortungsübernahme angeht, wenn er oder sie ihr eigenes Workshop-Wochenende-Serien-Event anbieten wollen würde? Also ist sie dann vollständig für alles verantwortlich oder hat sie überhaupt keine Verantwortung?
Wie siehst du die, also für Leute, die es starten wollen, in welcher Haltung sollten sie, was die Verantwortung angeht, gehen, damit das gut klappen kann?
[Felix Schmidt]
Also wichtig ist, die Verantwortung zu übernehmen, dass die Rahmenbedingungen passen, sprich also eine Location zu finden, die gut ist, ein Einlademanagement, also dass wirklich auch genug Leute kommen und einen gewissen Rahmen an Kommunikation bereitzustellen, also das Google Doc bereitzustellen, zu schauen, dass Leute Workshops einstellen und so weiter. Und dann ist es eigentlich eher die Aufgabe, Leute zu finden, die bestimmte Verantwortungsbereiche übernehmen, also zum Beispiel die Essensorganisation oder die Transportsachen von Matratzen oder, ja, was ist noch sehr wichtig, also Vor-Ort-Moderation von den Workshops. Also es gibt so ein paar wirklich wichtige Jobs, die auf jeden Fall an Leute verteilt werden sollten, die zuverlässig sind und das auch inhaltlich gut hinkriegen und dann kann ich mich eigentlich auch als Anbieter, als Initiator auf die Rahmenmoderation noch konzentrieren vor Ort und im Grunde auch viel an die Gruppe abgeben oder an die Co-Creation der Gruppe, auf die Co-Creation der Gruppe vertrauen, dass die die Sachen schon gewuppt kriegt. Also wir hatten es jetzt beim letzten Wochenende, dass das Frühstücksteam irgendwie statt um acht erst um halb neun in der Küche stand und auch noch nichts gemacht hat, aber irgendwann kam dann jemand, der dann anscheinend wusste, was es zu tun gibt und dann gab es halt Frühstück erst eine Viertelstunde später, aber es hat geklappt. Also die Gruppe organisiert sich schon.
Es sind ja auch schlaue Leute, die da miteinander auch gute Lösungen finden, vor allem wenn die Gruppe einfach auch in dem Selbstorganisations-Selbstverständnis ist.
[Carolin Gaiser]
Was ich noch erlebt habe, ist, dass es eben ein sehr breites Spektrum gibt, dass manche Leute dazu neigen, einfach viel zu viel Verantwortung zu übernehmen und sich für jeden Fehler, der vor Ort passiert, persönlich verantwortlich zu fühlen und sich schlecht zu fühlen, weil irgendwas nicht klappt, zum Beispiel weil dann eine Gruppe eine Viertelstunde zu spät irgendwie zum Frühstück kommt oder sowas. Manche Leute leiden da direkt drunter. Auf der anderen Seite gibt es aber Leute, die einfach sagen, lasst uns so ein Workshop-Wochenende machen und haben nicht mal grob auf dem Schirm, dass es vielleicht auch jemand irgendwie mal am Anfang die Heizung anmachen müsste, weil es sonst saukalt wird oder sonst was.
Also wenn sich niemand auch um so einen halbwegs funktionalen Rahmen kümmert, dann läuft die Gruppe halt sozusagen von einem Problem ins nächste und das tut halt auch der Stimmung nicht sonderlich gut. Das heißt also genau genommen, wie du schon gesagt hast, wenn man grob den Überblick hat über den Rahmen, der wirksam ist, also was braucht es? Genug Leute, genug Struktur, auch genug Freiheit zur Mitgestaltung für die Leute und das zumindest sich darauf konzentriert und dann aber loszulassen und zu sagen, so jetzt habe ich meinen Teil, meine Rolle war ja nur die Rahmengestaltung, der ganze Content und die Co-Creation, das ist Teil der Gruppe und ich muss jetzt nicht für euch abwaschen, sondern ich sage euch vielleicht noch, hier gibt es eine Rolle zum Abwaschen und wenn die niemand übernimmt, dann ist das auch nicht mehr mein Thema, sondern dann scheinbar ist auch die Gruppe ein Stück weit in der Verantwortung und muss das irgendwie herstellen. Also die Mitte zu treffen zwischen nicht zu viel Verantwortung zu übernehmen und nicht zu wenig, das ist teilweise gar nicht leicht, weil es auch teilweise ein erhebliches Maß an Realismus von einem abfordert, was funktioniert und was nicht funktioniert, was braucht es im Prozess oder was braucht er eben auch nicht. Und das kann auf der einen Seite erfahrungsgetrieben sein, aber es kann auch DNA getrieben sein und das ist auch Tribe Starter ganz stark, dass diese Google Docs, die wir da haben, da steckt so fucking viel Erfahrung drin, die wir da auf einer Art zusammengetragen haben, dass selbst jemand, der es noch nie gemacht hat, einfach sich fast in dieses Google Doc schon reinfallen lassen kann, in diese DNA und einfach sagen, ich mache das, was da drinsteht, weil da ist so viel kondensierte Erfahrung, ich vertraue dem einfach mal und gucke mal, was passiert und da werden viele Sachen funktionieren, die unter Umständen einfach voll gegen die Wand gefahren werden, einfach weil diese Erfahrung sich über jetzt 15 Jahre so aufschaukeln konnte. Also sich auf DNA zu vertrauen, die vital ist, das ist für mich die Zukunft von Tribe Starter und Respace vor allem auch, dass wir alle diese ganzen Teilgruppen miteinander lernen, immer wirksamere DNAs zu schreiben und auch immer klarer zu kriegen, wie man das formulieren muss, damit man es jemandem einfach in die Hand geben kann, der völlig ohne Erfahrung was macht und es trotzdem funktioniert. Das wäre für mich eine vitale DNA.
[Carolin Gaiser]
Jetzt habe ich noch eine Frage für dich. Also ich habe ganz oft auch dieses Wochenende wieder gehört, dass Personen schon oft auf Gemeinschaftsformaten waren, aber noch nie auf so einer Art von Gemeinschaftsformat. Wie würdest du denn da den Unterschied beschreiben?
Oder was meinst du, ist da gemeint?
[Felix Schmidt]
Also ich glaube, der Hauptunterschied, den viele spüren, die jetzt lange auf der Suche waren und dann Respace entdecken und das für sich gewinnen, ist, dass dort kein klarer, fester Anbieter zu spüren ist, den man ab jetzt sozusagen einfach ausgesetzt ist, wie jetzt zum Beispiel die Gründer eines Öko-Dorfs oder sowas. Irgendwelche Leute, die die Location besitzen und die die Rituale installiert haben und die jetzt auch die ganze Abrechnung im Hintergrund machen und die einfach so viel Macht haben, dass man einfach zu so einem Öko-Dorf kommen kann und sagt, okay, wenn es jetzt nicht meins ist, dann kann ich das auch nicht wirklich gut gestalten. Bei Respace ist so eine ganz große Freiheit, dass im Prinzip jeder jedes Format anbieten kann, jeder jede Gruppe gestalten kann und so weiter.
Und dieses Maß an Unabhängigkeit, aber auch Gestaltungsfreiraum des Individuums, was man da spürt, das ist, glaube ich, nicht so die Norm. Das ist jetzt erst durch die ganzen digitalen Kommunikationsmöglichkeiten überhaupt erst zum ersten Mal entstanden. Ohne Smartphones und Google Docs und sowas wäre das auch gar nicht möglich, diese Komplexität aufzuschaukeln und ohne Messenger und was wir alles haben.
Das heißt also, genau genommen ist Respace eigentlich für mich sowas wie eine ganz moderne Form von Gemeinschaft, die halt auch in der Stadt, wo so eine Verdichtung, räumliche Verdichtung war, entstanden, wo ursprünglich gar keine Gemeinschaften möglich waren, weil es da einfach die räumlichen Möglichkeiten nicht gab. Ursprünglich war Gemeinschaft immer darauf angewiesen, dass man in einem Dorf oder in einem Haus sich räumlich so nah war, dass die Begegnung halt regelmäßig stattfinden konnte. Und in der Stadt war man so weit auseinander, dass das einfach physisch gar nicht hinhauen hätte können.
Jetzt aber mit moderner Kommunikation und mit Massentransportmitteln und sonst was sind wir uns alle so nah, dass das jetzt zum ersten Mal geht. Und jetzt gibt es plötzlich Unabhängigkeit, die es früher so nicht gab. Was fällt Ihnen an?
[Carolin Gaiser]
Was da aber auch wichtig ist, ist zum einen das Initiativeprinzip und die Selbstorganisation. Also das sind zwei Sachen, die in herkömmlichen oder anderen Events vielleicht nicht so hoch aufgehängt werden wie bei uns. Also quasi, wenn ich in einem gewissen Punkt Initiative zeige, übernehme ich gleichzeitig auch Verantwortung, aber ich habe auch einen großen Spielraum zur Gestaltung und darf dann hinterher mit der Kritik leben und mir aber auch das Lob anhören.
Das darf ich dann beides und ich werde wahrscheinlich beides kriegen.
[Felix Schmidt]
Aber darüber gelagert haben wir zum Beispiel auch die Entscheidung getroffen, dass wir Geld komplett exkludieren aus diesem ganzen Gemeinschaftsprozess und man darf damit kein Geld verdienen, man darf innerhalb nichts verkaufen oder irgendwie sowas. Das heißt, das ganze Geld ist in einem Messenger, in einer Telegram-Gruppe ausgelagert, da können Leute sich austoben und sich wechselseitig irgendwelche Dienstleistungen anbieten. Aber innerhalb von diesem Gemeinschaftsraum ist das tabuisiert.
Und das hat eine ganz, ganz wichtige Funktion, weil nämlich dadurch überhaupt, dass diese Kraft in Verbindung zu streben und die Kraft über Leben, Persönlichkeitsentwicklung auch aufzuschaukeln und sowas, die ist relativ zart, wenn sie in der Umwelt in direkter Konkurrenz zu materiellen Gewinnstreben steht. Weil wenn man innerhalb einer Gemeinschaft mit jemandem leben muss, der in materieller Not ist und Geld verdienen muss, um zu überleben und dann irgendwelche Dienstleistungen anbietet. Das hat eine Schärfe, die man bei uns jetzt bei WeSpace nicht spürt, sondern die Angebote, die wir machen, die sind relativ fluffig, man könnte auch anders und so weiter.
Das ist keine existenzielle Not, aus der wir heraus unsere Encounter-Gruppen anbieten oder Workshops am Wochenende, sondern das hat was von kultiviertem, sanftem Miteinander. Und erst dadurch, dass wir das rausgehalten haben und niemand wirklich daran verdient an dieser Aufschaukelung von Gemeinschaft, ist es überhaupt möglich, dass diese ganzen zarten Strukturen so emergieren. Würde da jemand drin sitzen, der richtig viel Geld verdient dadurch, dass er richtig große Events macht, dann gäbe es einen Eventanbieter, der alle kassieren würde und nichts, es könnten keine unabhängigen Events mehr entstehen, weil der einfach alle outperformen könnte und zu viel Macht akkumulieren könnte.
Also diese Machtbalance, auf die wir es von Anfang an irgendwie auch abgesehen haben, dass wenn jemand gestalten möchte, dass er das auch kann und die Rahmenbedingungen bekommt, dass er Gruppenprozesse aufschaukeln kann, das ist ein wichtiger Teil neben dem Initiativprinzip.
[Carolin Gaiser]
Und die Selbstorganisation, die habe ich ja vorher auch nochmal angesprochen, die finde ich wichtig, weil ich zeige zwar die Initiative und biete etwas an und trotzdem sind die Teilnehmer, also zum einen bestätigen sie meine Initiative, indem sie teilnehmen oder lehnen sie meine Initiative ab, indem sie nicht teilnehmen und zum anderen bringen sie sich mehr oder weniger mit Selbstorganisationen ein. Also ich habe als Initiator ein Angebot zu machen, was aber andere auch mit ihrer Selbstorganisation füllen. Also zum Beispiel, ich gebe denen den Workshop-Rahmen, aber die Workshops werden von den Teilnehmern angeboten.
Da ist ja auch ganz viel mit Gestaltung und auch mit Initiative möglich. Also Initiative ist auf dem höchsten Level, dass ich biete ein Event an, möglich, aber auch auf sehr vielen anderen Ebenen bis zu, ich fühle mich jetzt verantwortlich noch irgendwie Butter nachzukaufen, weil die fehlt oder mit dem Hausmeister zu reden, weil der da gerade steht. Also ich kann auf sehr verschiedenen Ebenen Verantwortung übernehmen und mich einbringen und schauen, dass der Prozess gut läuft und das ist einfach, glaube ich, ein Gefühl, ein Gruppengefühl, was bei vielen Events nicht so sehr der Fall ist, weil es eben sehr durchlässig ist, so eine Initiative-Hierarchie.
Also ich kann von Teilnehmer bis zu Anbieter eines Events, kann ich sehr schnell mich quasi durchentwickeln durch diese verschiedenen Stadien, wenn ich Lust habe. Das ist eine sehr durchlässige Organisationsmethode.
[Felix Schmidt]
Aber halt sehr auf den Schultern von Leuten mit freien Ressourcen, die initiativ irgendwas gestalten können. Das heißt, wenn man da ressourcenschwach reingeht, dann hat man diese Freiheit vielleicht nicht. Also da entstehen Initiativ-Hierarchien, wo Leute mit viel freier Energie und Enthusiasmus und Identifikation einfach Sachen anbieten.
Also wer das hat, der hat unglaubliche Gestaltungsfreiheit und man braucht weder Geld noch Beziehungen noch sonst was, sondern es reicht einfach aus, Enthusiasmus und freie Ressourcen zu haben und den Bildern etwas anzubieten, was resonanzfähig ist.
[Carolin Gaiser]
Ich kann auch einfach zu einem Workshop-Wochenende gehen und den super genialen Spieleabend anbieten. Da mache ich eigentlich gar nichts und das kann der Höhepunkt des gesamten Events sein. Das kann auch sehr mit wenig Ressourcen machbar sein.
Und klar, umso mehr Ressourcen ich habe, umso wahrscheinlicher wird es, dass gewisse Dinge klappen werden oder dass ich Sachen realisieren kann. Das ist logisch. Aber ich glaube, man kann auf verschiedene Art seine Ressourcen einbringen.
Sei es durch gute Laune, durch gute Körperlichkeit, durch Wissen in einem bestimmten Bereich, durch gute Organisationsfähigkeiten, durch Moderationsbegabung oder wie auch immer. Also ich habe wahnsinnig viele Optionen, mich einzubringen und wenn ich eh schon bei dem Event bin und mir irgendwas leicht fällt und ich übernehme das, dann habe ich gar nicht so viele Ressourcen reingesteckt. Also an den Stellen zu investieren, wo es mir leicht fällt, das ist, glaube ich, auch eines des Charmes von dem Ganzen, dass da jeder, wenn er denn möchte, schon irgendwo was findet.
[Felix Schmidt]
Das stimmt. Also sozusagen Partizipation steht praktisch allen frei offen, weil die Art der Partizipation so extrem unterschiedlich sein kann. Wenn man nur eine clevere Idee hat, kann man wirklich einen Abend rocken, so ungefähr.
Also es gibt ganz, ganz viele Möglichkeiten zu gestalten. Ich dachte jetzt eher, sozusagen dieser langfristige Einfluss auf Entfaltung und Kultur und so weiter, dass das vor allem schon auch über Ressourcen und über ganzheitliches Gestalten geht, das häufig eben auch überhaupt erst dann anfängt, wenn man arbeitsteilig mit Leuten in Gruppen unterschiedliche Skills koordiniert. Also auch zum Beispiel du, Laura und ich, wir haben miteinander ein deutlich breiteres Skillset als jeder Einzelne für sich und wir synergieren das miteinander so gut, dass wir insgesamt halt auch einfach Sachen auf die Straße bringen, die andere alleine einfach so auch nicht auf die Straße bringen, weil wir uns unsere Synergien irgendwie auspacken.
Und das ist natürlich auch was, was wir versuchen, anderen vorzuleben, dass die sich wieder in Gruppen zusammentun, wo sie irgendwie synergetisch arbeitsteilig auch mit einem breiteren Gestaltungsspektrum andere Sachen auf die Straße bringen und tolle Angebote machen, die wieder resonanzfähig sind. So, wir kommen so langsam zeitlich auch zum Ende. Vielleicht können wir diese Anfangsfrage, wie diese drei Formate zusammenhängen, die Workshop-Wochenende, Encounter-Tage und Encounter-Gruppen, vielleicht können wir da nochmal schließen, um so einen Draufblick auf das DriveStarter-Universum nochmal irgendwie abzuschließen.
Wie würdest du sagen, hängen diese drei Formate eigentlich zusammen?
[Carolin Gaiser]
Ich glaube, sie befriedigen ganz unterschiedliche Bedürfnisse. Encounter-Gruppen sind so ein bisschen wirklich family-nah. Encounter-Tage sind sehr begegnungsintensiv und kennenlernen und in die Tiefe wachsen miteinander.
Workshop-Wochenenden sind sehr fluffig und offen und kreativ. Also, ich habe ein ganz breites Begegnungsangebot an einem Workshop-Wochenende. Und auch verschiedene Bedürfnisse, die Individuen und Gruppen haben, von sehr offen und sehr offen für Neue auch oder offen für Ideen, offen für neue Prozesse und bis zu sehr familiär und geschlossen bei den Encounter-Gruppen.
Es ist wahrscheinlich das Individuum und die Gruppe. Beides ist einfach wichtig und beides braucht eine gewisse Stabilität miteinander. Und da tut es sich auf verschiedenen Gewichtungen ausbalancieren.
[Felix Schmidt]
Das ist mir auch gerade dazu eingefallen, dass das Ich-Wir-Pendel da wunderbar reinpasst. Also, wenn man sich vorstellt, dass so ein Pendel zwischen Workshop-Wochenenden und Encounter-Gruppen hin und her pendelt, sodass einmal die Verbindung und die Interessen des Individuums sozusagen, also dass einmal bei den Workshop-Wochenenden das Erlebnis und das Individuum im Zentrum steht und bei dem anderen Extrem des Pendels die Verbindung in der Encounter-Gruppe und die Gemeinschaft im Zentrum steht, wenn das sozusagen immer hin und her pendeln kann, wenn das frei schwingen darf, dass die Energie von der individuellen Energie von den Workshop-Wochenenden dann reinschwingt in die kollektive Energie der Encounter-Gruppen und von da aus wieder zurückschwingt in die individuellen Erlebnisse der Workshop-Wochenenden, wenn das frei zum Schwingen gerät, dann kann sich diese Energie aufschaukeln.
Und damit es schwingen kann, braucht man eben dieses Zwischenglied, die Encounter-Tage, die so beide Seiten gleichermaßen bedienen, wo man von dem Erstkontakt der Gruppe aufgenommen wird, dann in der Encounter-Erfahrung mitgenommen wird und dann von da aus eine eigene Encounter-Gruppe gründen kann oder teilhaben kann. Und wenn man dann in die Tiefe geht in der Encounter-Gruppe mit anderen Menschen, dann kann man mit denen gemeinsam wieder sich auf diesen Encounter-Wochenenden treffen und neue Leute mit neuen Leuten in Kontakt gehen und die dann wieder mitnehmen in den Encounter-Tage. Also da braucht es sozusagen auch so eine verbindende Bewegung aus Geschlossenheit und Offenheit, aus Individuum und Kollektiv, aus Erleben und Verbindung.
Und das leisten diese drei Formate ganz fantastisch. Und wahrscheinlich gibt es da noch so kleinere Zwischenformate, die das alles noch unterstützen. Aber im Prinzip haben wir da über die letzten 16, 17 Jahre schon was rausgearbeitet an synergetischen Formaten, die miteinander einfach richtig gut funktionieren, weil sie einfach Gemeinschaft aufschaukeln.
Und wir kommen ja gerade aus dem letzten Tribestarter-Wochenende von Liebe, Licht und Schatten. Das war einfach wieder mal im Schlusskreis ein fantastisches Erlebnis, wie durchgängig dieses Workshop-Wochenende gerade auch den neuen Leuten gut getan hat und wie die fast schon überwältigt einfach sagen, was ist denn hier los? Wo ist denn hier der Haken?
Wie kann denn sowas sein? Also das ist sehr ausgetüftelt. Und im Prinzip, glaube ich, haben wir da über die letzten Jahre einfach gelernt, wie wir dieses Paradox aus Offenheit und Geschlossenheit, das Nebeneinander, wie wir das irgendwie aufgelöst haben und in die Bewegung gebracht haben mit den drei Formaten.
[Carolin Gaiser]
Ja, also dieses Erleben, Entwicklung und auf der anderen Seite Beziehung, das ist, glaube ich, schon wirklich so eine schöne Wellenbewegung, die sich immer wieder durchzieht. Also sowohl bei mir oder bei jedem Individuum, das hier beides braucht, als auch bei den Events, die mal das eine und mal das andere mehr im Vordergrund stehen haben und sich deswegen so schön befruchten.